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Am 16. Mai machte das Gymnaſium ſeinen jährlichen Frühlingsſpaziergang in gewohn⸗ ter Weiſe nach Oswitz und zu allgemeiner, durch nichts geſtörter Freude.
Die dritte Cenſur wurde in der Woche vor Pfingſten abgehalten.
Am 31. Mai erſchien der Königl. Geheimerath, Herr Dr. Brüggemann,(ſiehe oben die Verordnungen unter Nro. 15) um eine Reviſion des Gymnaſiums zu halten. Nachdem derſelbe an dieſem Tage ſich mit der Localität der Schule und des Convicts bekannt gemacht hatte, beſuchte er in Begleitung des Königl. Regierungs⸗ und Schulraths Herrn Dr. Vogel die beiden folgenden Tage während des ganzen Vor⸗ und Nachmittags alle Lehrer und alle Klaſ⸗ ſen, ließ ſich auch Arbeitshefte aus allen Klaſſen zur Durchſicht nach Hauſe bringen. Die tiefe Einſicht in die Sache, der ſcharfe Blick und die Humanität des hohen Vorgeſetzten haben hier, wie gewiß überall, das innigſte Vertrauen und die größte Verehrung erweckt und die frohe Hoffnung faſſen laſſen, daß die höchſte Behörde, durch die gewonnene Ueberzeugung von den Bedürfniſſen der Anſtalt bewogen, für deren Abhilfe bereitwillig die Mittel gewähren werde.
Im Auguſt trat auch die Zeit des 1000jährigen Jubiläums der Gründung eines ſelbſtſtändigen deutſchen Reiches durch den Tractat von Verdun ein, ein Moment von ſo hoher Bedeutung, daß die Anordnung Sr. Majeſtät des Königs zu einer Feier deſſelben in dem Ge⸗ fühle eines Jeden ihren Wiederhall finden mußte. Obſchon daher eine Schulfeier durch die Zuſchrift des Königl. Provincial⸗Schul⸗Collegiums nicht gradezu anbefohlen war, ſo beeiferte ſich der Director doch, eine einfache aber wo möglich anſprechende einzurichten. Er verſammelte daher Sonnabend den 5. Auguſt Nachmittags um 3 Uhr alle Schüler des Gymnaſiums und hielt vor ihnen und dem Lehrer⸗Collegium, auch in Gegenwart einiger geſchätzter Gäſte, nachdem vorher ein Choral aus Paulus von Mendelsſohn⸗Bartholdy vom Sängerchor vorgetragen war, eine Rede über die hiſtoriſche Bedeutund des, durch jenen Vertrag ins Leben getretenen deutſchen Reichs, deſſen Glanzperioden und die Zeiten ſeiner durch Uneinigkeit herbeigeführten Schwäche, wobei er der, dem deutſchen Volke eigenthümlichen Tugenden gedachte, und die Jugend ermahnte, ſich dieſelben eigen zu machen; der Redner endete mit einem dreifachen Hoch, gebracht Sr. Majeſtät dem Könige, dem Preußiſchen Staate und Volke, dem geſammten Deutſchland; den Schluß des Ganzen machte ein Jubelgeſang mit angepaßtem Texte von Rink; zur kirchlichen Feier wurde den folgenden Sonntag der ambroſianiſche Lobgeſang angeſtimmt.
C. Statiſtik des Gyunaſinms. I. Frequenz der Anstalt bis zum 10. Juni 1843.
Laut vorjährigen Programmes S. 40 betrug die Schülerzahl am 10. Juni 1842. Sexta Quinta Quarta Tertia Unt. Sec. Ob. Sec. Prima Summa 68 81 99 66 54 61 87 3516


