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1. Abth. (1843)
Entstehung
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theils theoretiſcher Schriften, wie der Rhetorica des Cicero und des Ariſtoteles, theils praktiſcher wie der Reden des Cicero. Gelehrte Sacherklärungen wurden bei der Lectüre nach Maßgabe jeder Klaſſe zwar überall, aber nur ſparſam, gegeben. Nicht alles Geleſene ward hier mehr me⸗ morirt, ſondern nur ausgewählte Stellen. Die Correctur der ſchriftlichen Arbeiten in Proſa und in Verſen ging nun auch auf etwanige Verletzungen der rhetoriſchen Regeln und Geſetze. Während der mündlichen Correctur wurde aus dem Lateiniſchen ins Griechiſche und umgekehrt überſetzt, Verſe gemacht und dergleichen. Die griechiſchen Klaſſiker wie Demoſthenes, Pla⸗ to, Thucydides, Homer, Pindar wurden hier geleſen. Einmal wöchentlich wurden auch Vor⸗ träge über Alterthümer, und die Theorie der Dichtungsarten gehalten. Andere Unterrichtsgegenſtände blieben ausgeſchloſſen und den obern Studien vorbehalten. Erſt in der 7ten Klaſſe, Phyſik, wurden Euclids Elemente erklärt. Was in den ſogenannten philoſophiſchen Klaſſen gelehrt ward, ſchloß ſich an die Interpretation des Ariſtoteles. Der Unterricht ward in lateiniſcher Sprache ertheilt, ſobald dieß nach den Kenntniſſen des Schülers anging. Unterricht war in den untern Klaſſen Vor⸗ und Nachmittag 2 ½ Stunde; in der oberſten 2 Stunden; am Re⸗ creationstage doch zwei. Viel mußte auswendig gelernt und den Decurionen vor der Stunde auf⸗ geſagt werden, die ſelbſt wieder controllitt wurden. Am Sonnabend war allgemeine Wieder⸗ holung. Schriftliche lateiniſche Uebungen waren täglich zu bringen, in den obern Klaſſen wöchentlich zwei metriſche und eine griechiſche. Sie wurden vom Lehrer verbeſſert, aber nicht laut vor allen, ſondern im leiſen Geſpräche mit den einzelnen, während die übrigen Schüler eine Arbeit machten. Man vertheilte auch die Arbeiten zum Corrigiren an die Schüler, jedem die eines andern. Ein Mittel, den Ehrgeiz anzuſpornen, beſtand in Concertationen von Schü⸗ lern untereinander, auch von Klaſſen mit Klaſſen. Nach den ſchriftlichen Concertationen wur⸗ den Ehrentitel, von römiſchen Magiſtratswürden entlehnt, ertheilt; ja man theilte die Klaſſen in zwei wetteifernde Hälften und jeder Schüler der einen Hälfte hatte in der andern einen Ne⸗ benbuhler. An Sonn⸗ und Ferientagen wurden von den einzelnen Abtheilungen der höhern und der niedern Schulen Verſammlungen gehalten, Academieen genannt, in denen vorgeleſen, disputirt, erzählt und dergleichen, dem jedesmaligen Standpunkte der Theilnehmer Angemeſ⸗ ſenes getrieben wurde. Bei feſtlichen Gelegenheiten, wie am Jahresſchluſſe, wurden auf dem Theater lateiniſche, von den Lehrern verfertigte, meiſt allegoriſch⸗moraliſche Schauſpiele aufge⸗ führt, ſelbſt ſchon von Schülern der Klaſſe, die der heutigen Quarta entſpricht. Die Gymnaſial⸗ bibliothek bewahrt zwei Foliobände ſolcher in Verſen abgefaßter Stücke, handſchriftlich aus den Jahren 1703 1721.

Dritte Periode, bis zur Aufhebung des Jeſuiten⸗Ordens in Schleſien 1776.

Wir beginnen die dritte Periode des Gymnaſiums mit den Nachrichten über den Bau des neuen Gebäudes für Univerſität und Gymnaſium, wozu die erſten diesfälligen Verhandlun⸗