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land günſtigen Verhaͤltniſſe, aus denen ſich die Möglichkeit jener den Jeſuiten ſo feindſeligen Maaßregeln erklären, und ſchon 1622 ward das Collegium in Neiſſe geſtiftet. Das Gläzer Collegium, 1597 gegründet, aber 1618 wieder zerſtört, war 1623 hergeſtellt worden.(Siehe Bachs Kirchengeſchichte der Grafſchaft Glaz S. 269 ff.) Die andern Collegien in Schleſien ſind ſpäter entſtanden, das in Schweidnitz erſt 1612, obſchon die Jeſuiten ſchon früher dort erſchienen waren, das in Oppeln 1673, in Liegnitz erſt 1698; in Sagan führte ſie Wallenſtein 1635 ein.
Es iſt bekannt, daß nach Breslau die erſten Jeſuiten wieder 1638 am 20. Februar gebracht wurden. Fibiger in ſeiner Chronik des St. Mathiasſtiftes ſchreibt dies dem Magiſter des Hospitals, Prälaten Heinrich IV. Hartmann zu, der die beiden Ordensmänner der Ge⸗ ſellſchaft Jeſu Johann Wazin und Heinrich Pfeilſchmidt(sancto astu et ausu) in ſeinem Wagen nach der Stadt gebracht und im Stiftsgebäude aufgenommen habe. Daſſelbe ſagt die Vorrede zu der Matrikel des Gymnaſiums vom Jahre 1659 ¹). Gelegenheit zur Einführung habe der Magiſter der Kreuzherrn mit dem rothen Stern, Heinrich Hartmann, gegeben, der die Geſellſchaft in ſeinem Wagen, velut aliud agens, in die Stadt gebracht und im Stiftshauſe lange Zeit unterhalten habe. Der Orden überhäufte daher auch den Magiſter Heinrich Hart⸗ mann mit Auszeichnungen und als er ſtarb, trugen die Jeſuiten ihn auf ihren Schultern zur Gruft. Sein Grabſtein befindet ſich in dem, zur jetzigen Gymnaſialkirche führenden Gange, links neben der Sakriſteie). Von den beiden eingewanderten Jeſuiten ſammelte Heinrich Pfeil⸗ ſchmidt bald nach ſeiner Ankunft Schüler um ſich, indeß Wazin als Prediger thätig war. Das Lokal dieſer erſten Schule war, wie es ſcheint, auf dem Jurisdictionsgebiet des Mathiasſtiftes und wahrſcheinlich daſſelbe Haus, welches wenige Jahre ſpäter der genannte Pater Wazin in usum studiosorum pauperum von einem Kapitale erkaufte, welches ein Geiſtlicher, Peter Ge⸗ bauer aus Groß⸗Glogau, Canonicus am Hohen Domſtifte, dazu ſchenkte. Die Beſtätigungsur⸗ kunde des obengenannten Magiſter Heinrich Hartmann iſt vom 20. Januar 1641.(Vergl. Hausdorf über das Convict, im Gymnaſialprogramm von 1828).—
In dem neuerkauften Hauſe ward nun auch ein Convictorium errichtet, vermuthlich von 12 Freiſtellen, denn ſo nur glaube ich die Nachricht bei Kundmann deuten zu können, daß die Jeſuiten zuerſt eine Schule für zwölf Schüler gegründet hätten. Wenn er dieß aber auf das Jahr 1657 bezieht, ſo iſt dies nicht nur in Hinſicht auf die Eröffnung der Schule, ſondern wie obige Kaufurkunde zeigt, auch in Hinſicht auf die Gründung des Convicts falſch. Dem neu geſtifteten Convict wendete übrigens der oben angeführte Gründer noch neue Wohlthaten
¹) Vergleiche auch Kundmann die hohen und niederen Schul n Deutſchlands. S. 142.
2) Auf demſelben lautet der Schluß der Inſchrift: Hujus ope societas Jesu Vratislaviam introducta est anno 1638.—


