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1. Abth. (1843)
Entstehung
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unter ſolchen Verhältniſſen nahte ſich die Zeit der Reformation, die bei den ſonſt ſo eifrig katholiſchen Einwohnern in Breslau ſeit 1520 Eingang fand, hauptſächlich aber be⸗ günſtigt und gefördert wurde durch die langjährigen Zwiſtigkeiten zwiſchen der biſchöflichen Kathedrale und dem Magiſtrate der Stadt. In Folge derſelben ward zunächſt die Kirche zu St. Maria Magdalena, bald auch die Kirche zu St. Eliſabeth mit lutheriſchen Predigern be⸗ ſetzt. In Folge deſſen gingen auch die damit verbundenen Schulen an die Proteſtanten über und es ward zunächſt die Schule bei St. Eliſabeth 1525 in ein Gymnaſium verwandelt, an welchem auch die beiden erſten proteſtantiſchen Pfarrer theologiſche Vorleſungen hielten. Für die katholiſchen Bewohner Breslau's ward nicht nur keine neue Schule eröffnet, ſondern die Domſchule ſelbſt ſcheint nicht weiter fortgebildet und den Forderungen der Zeitumſtände ent⸗ ſprechend geſtaltet worden zu ſein.

Zur Bekämpfung der weitern Fortſchritte des Proteſtantismus und zur möglichſten Wiedergewinnung des an denſelben Verlorenen erſchien der 1540 geſtiftete Orden der Jeſuiten als das kräftigſte Mittel. So wie der Orden ſich mit Schnelligkeit über viele Länder zu ver⸗ breiten anfing, wurden auch zeitig Verſuche gemacht, ihn in Schleſien und namentlich in Bres⸗ lau einzuführen. Schon 1562 machte man dem Biſchof Caspar von Logau den Vorſchlag, eine Jeſuitenſchule auf dem Dome zu gründen, für die er auch eine jährliche Unterſtützung von 1500 Rthlr. verſprach; aber er vermochte nicht, den Widerſtand des Magiſtrats zu beſiegen. Der Beſchluß des Domkapitels vom 13. März 1572, zwei Jeſuiten zum Unterricht kommen zu laſſen, ging nicht in Erfüllung. Später, im Jahre 1580, ſuchte der Biſchof Martin Gerſtmann ¹) die Jeſuiten einzuführen und der Provinzial derſelben berief dazu Mathäus Krabler und Stephan Corvinus, die in der Reſidenz des verſtorbenen Archidiaconus untergebracht wurden; doch endete dieſe Miſſion mit dem Tode des Biſchofs ſchon 1582. Im Jahre 1586 kehrten indeß vier Jeſuiten nach Breslau zurück, als Andreas Jerin Biſchof geworden, und es ward, insbeſondere auf Betrieb des päpſtlichen Nuncius Philipp Sega, wegen Gründung eines Collegiums unter⸗ handelt. Man war jedoch damals mehr für Neiſſe als für Breslau geneigt.

Die Jeſuiten predigten auf dem Dome und in der Stiftskirche zu St. Vincenz, unter heftiger Aufregung ihrer Gegner; doch alle mußten im Jahre 1595 die Stadt wieder verlaſſen, indem der Biſchof Jerin und der Prälat Joh. Queswitz bei St. Vincenz, ihre Patrone, geſtorben waren und die Stände eine Beſchwerdeſchrift an den Kaiſer Rudolph gerichtet hatten. Buckiſch Relg. Verhandl. I. 18. Ja im Jahre 1619 den 24. Juni machte der Oberlandeshauptmann von Schleſien, Herzog Johann Chriſtian von Brieg durch ein Patent bekannt, daß alle Jeſuiten Schleſien zu verlaſſen hätten und ihnen der Aufenthalt im Lande bei Leib⸗ und Lebensſtrafe verboten wäre. Bald aber änderten ſich die, der proteſtantiſchen Sache im öſtlichen Deutſch⸗

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1) J Sebmidl Ilistoriae S. J. provinciae Bohemiae I. 4. 211 sedq 1*

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