predigt begann und wiewohl nach längerem Widerstreben selbst König Konrad sich von ihm für den Zug gewinnen lieſs(27. Dezember 1146).
Dieser Erfolg Bernhards war ein schweres Unglück. Einmal für Deutschland, das von Parteiungen zerrilsen und von auswärtigen Feinden bedroht war, dessen Heere soeben von Polen und Ungarn geschlagen waren. Er durchkreuzte zugleich die Pläne des Papstes, der dringend König Konrad in Italien zu sehen wünschte, und die griechische Politik. Es war auch ein Unglück für den Kreuzzug, weil die Teilnahme König Konrads einmal König Manuel verstimmen mulste und Sicilien in ein schiefes Verhältnis zu demselben brachte.
Inzwischen war König Konrad mit dem französischen Hofe in Verbindung getreten, um über den Weg des Kreuzheeres zu verhandeln. Das Ergebnis war, dals die Deutschen den Weg durch Ungarn nehmen sollten. UÜber den Weg des französischen Heeres beriet man bald darauf auf einer Reichsversammlung zu Etampes(16. Februar 1147). Hier erschienen Gesandte des griechischen Kaisers und König Rogers und machten aufs neue die günstigsten Anerbietungen, wenn das französische Heer durch ihre Länder ziehen würde. So sehr hier Rogers Gesandte auf den Seeweg drangen, gewann dennoch endlich die Meinung die Oberhand, man solle gleich dem deutschen Heere den Landweg durch Ungarn und das byzantinische Reich nehmen. Hierdurch aber wurden die normannischen Gesandten bitter verletzt. Sie sahen, dals ihre bisherigen Genossen, die Franzosen, mit denen sie sich durch den Kreuzzug nur noch enger zu verbinden, in denen sie einen Rückhalt gegen die beiden Kaiserreiche zu gewinnen gehofft hatten, nunmehr mit ihren schlimmsten Widersachern, den Deutschen, zu ge- meinsamem Handeln verbanden. In der gereiztesten Stimmung verliefsen sie die Versammlung.
Mitte Mai setzte sich nun das deutsche Heer von Regensburg in Bewegung, am 20. Juni brach der gröſste Teil des französischen Heeres unter König Ludwig von Metz auf, ein kleiner Teil wählte den Weg durch Italien über Brindisi und Durazzo. Am 10. September erreichten die Deutschen Konstantinopel, gegen Ende des Monats setzten sie über den Bosporus, und wenige Tage, nachdem sie Konstantinopel geräumt, rückte auch bereits König Ludwig mit den Franzosen an. Sie hatten auf ihrem Marsche bereits unter der noch vom Durchzuge der Deutschen ¹) erbitterten Stimmung der Einwohner vieles zu leiden gehabt. In den ersten Tagen des Oktober lag das Heer, um die Kreuzfahrer, die den Weg über Apulien gewählt hatten, zu erwarten, etwa eine Tagereise vor Konstantinopel. Hatte die bisherige Behandlung von Seiten der Griechen im französischen Heer schon eine gewisse Erbitterung hervorgerufen, so stieg dieselbe auf's höchste, als Gerüchte von einer schimpflichen Behandlung des französischen Vortrabs zu Konstantinopel laut wurden und die Nachricht sich verbreitete, Manuel habe mit den Ungläubigen einen Waffenstillstand geschlossen.
Gleichzeitig erfuhr man, König Roger habe einen Angriff auf das griechische Reich mit grolsem Erfolge gemacht. Das griechische Reich schwebte in diesem Augenblick in tötlicher
¹) Die Zügellosigkeiten einer solchen Masse, wie das deutsche Heer ausmachte, waren zweifellos arg genug. Doch finde ich bei Odo v. Deuil das konsequente Bestreben, alle Schuld den Deutschen in die Schuhe zu schieben, und kann daher seinen Angaben nicht unbedingtes Vertrauen schenken. Über den sonstigen Charakter des Autors vergl. Sugers Leben von Wilhelm v. St. Denis.


