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1 (1882) Sicilianische Untersuchungen
Entstehung
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lässt und sein Ubergang auf eine andere Schule zweifelhaft erscheint, so soll der Local-Schul- behörde seines Heimathsortes von dem erfolgten Abgange binnen vier Wochen Anzeige gemacht werden.

9. Vom 17. August. Wiederholte Anweisung, die Probecandidaten nur innerhalb der ihnen zuerkannten facultas zu beschäftigen.

10. Vom 15. Dezember. Die Ferien der höheren Lehranstalten in der Provinz West- preussen werden für das Jahr 1882 dahin bestimmt, dass dieselben zu Ostern vom 1. bis 17. April, zu Pfingsten vom 26. Mai bis 1. Juni, im Sommer vom 1. bis 31. Juli, zn Michaelis vom 30. September bis 16. Oktober, zu Weihnachten vom 22. December bis 8. Januar, überall mit Ausschluss der genannten Tage, dauern.

11. Vom 21. December. Ausser den Zeugnissen der wissenschaftlichen Befähigung zum einjährigen freiwilligen Dienst haben die Directoren abgesondert davon noch Unbescholtenheits- Zeugnisse auszustellen, welche bei Nachsuchung der Berechtigung beizubringen sind. Für die Ausstellung dieser Zeugnisse sind dieselben Grundsätze massgebend, welche Seitens der Polizei- behörden eingehalten werden.

12. Vom 23. Februar 1882. Als Berathungsgegenstände für die Directorenconferenz des Jahres 1883 werden festgesetzt: 1. Wie kann den Primanern der Gymnasien und der Real- schulen unbeschadet der erforderlichen Gleichmässigkeit der Ausbildung eine grössere Freiheit und Selbständigkeit der Studien gewährt werden? 2. Ziel und Methode des griechischen Unter- richts. 3. Bedeutung und Wirksamkeit der Vorschulen. 4. UÜber die Berücksichtigung der etymologischen und historischen Momente bei dem französischen Unterricht, hauptsächlich der Realschulen. 5. Uber allgemeine Schulordnungen.

III. Chronik.

Das ablaufende Schuljahr begann Donnerstag den 21. April 1881 und wird nach der Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs und nach der öffentlichen Prüfung Sonnabend den 1. April c. mit der Censur und Versetzung der Schüler geschlossen werden.

Während dieser Zeit war der Gesundheitszustand der Schüler im Ganzen günstig zu nennen, insofern nicht massenhafte Versäumnisse durch epidemische Krankheiten herbeigeführt wurden, wiewohl es an solchen in der Stadt und Umgebung nicht fehlte. Doch haben wir einen lieben Zögling durch den Tod verloren, den Quartaner Semi Blum, der wegen an- dauernden Siechthums beim Wiederbeginn der Schule eben abgemeldet war, als er am 7. Mai 1881 durch die Auszehrung den tiefbetrübten Eltern entrissen wurde. Drei Tage später ge- leiteten seine früheren Classengenossen und der engere Gesangchor unter Führung von Lehrern die irdischen UÜberreste des früh Dahingeschiedenen zur letzten Ruhestätte.

Störender für den regelmässigen Fortgang des Unterrichts gestalteten sich die Verhält- nisse im Lehrercollegium. Der ordentliche Lehrer Paul Schmidt trat in das neue Schuljahr mit einem Urlaube ein, der ihm wegen fortdauernder Krankheit bis Michaelis 1881 und darauf bis Ostern 1882 verlängert wurde. Glücklicherweise fügte es sich so, dass gleich vom ersten Tage des Sommersemesters an der Candidat des höhern Schulamts Momber die UÜbernahme aller Lehrstunden des Beurlaubten in seiner Person vereinigen konnte. Gleichwohl bedurfte es bald darauf einer theilweise geänderten Vertheilung der Lectionen, da auch Professor Reusch