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aus dringenden Gründen eines fünfwöchentlichen Urlaubs benöthigt war, der ihm theils vor, theils nach den Sommerferien bewilligt wurde. Seine Lehrstunden in Prima wurden von dem Unter- zeichneten, in Secunda von den Lehrern Gortzitza, Dr. Kausch, Behring und Momber vertreten. Eine noch durchgreifendere Umgestaltung des Lehrplans wurde nothwendig, als vom 1. October ab der Schulamtscandidat Momber von seiner stellvertretenden Thätigkeit zurücktrat und die- selbe auf den Schulamtscandidaten Dr. Hermann Kummrow überging, der zur Vollendung seines Probejahres und gleichzeitig zur provisorischen Verwaltung einer Hilfslehrerstelle von dem Königl. Provinzial-Schulcollegium unserer Anstalt überwiesen wurde. Aber auch damit sollte der störende Lehrerwechsel sein Ende noch nicht erreicht haben. Zum dritten Male musste ein neuer Lectionsplan entworfen werden, als Professor Reusch am 12. December 1881 so bedenklich erkrankte, dass der Königl. Kreisphysicus Herr Sanitätsrath Dr. Höltzel einen längern Urlaub des Erkrankten für unerlässlich erklärte, welcher in Folge dessen von der vorgesetzten Behörde bis zum 1. April 1882 genehmigt wurde. Dadurch, dass auf Anord- nung des Königl. Provinzial-Schulcollegiums der grade hier anwesende Candidat des höhern Schulamts Oscar Augustin vom 12. Januar c. ab sein Probejahr mit 12 wöchentlichen Lehrstunden bei uns antrat, dass ferner Dr. Anger die hebräischen Lectionen der Secunda und Prima combinirte, Dr. Kausch 2 Stunden Latein auf Prima ertheilte, zwei andere zu unserer Freude Professor Reusch wieder übernehmen konnte, wurde es möglich den Unter- richt unverkürzt fortzusetzen. Welche Wandlungen derselbe bei dieser Gelegenheit, wie bei früheren auf allen Classen erlitt, im Einzelnen darzulegen, würde zu weit führen. Es möge genügen, in zwei nachfolgenden tabellarischen Ubersichten nachzuweisen, A. wie die Vertheilung der Lehrgegenstände und der Ordinariate unter die Lehrer ursprünglich für das Schuljahr 1881/82 entworfen war, und B. welchen Modificationen dieselbe von Neujahr bis Ostern 1882 unterzogen werden musste.
Nach Ostern 1881 übernahm Herr Propst Wagner den Religionsunterricht der katho- lischen Schüler des Gymnasiums, welcher seit dem Tode des Herrn Propst Hoppe ein volles Jahr hindurch geruht hatte.
Abweichend von der bisherigen Sitte veranstaltete der Oberlehrer Dr. Anger am 2. September die Feier des Sedantages im Freien bei Dambitzen, welche in schönster Ordnung und auf erfreulichste Weise ihren Verlauf nahm zur allgemeinen Befriedigung aller Betheiligten.
Am 22. Januar 1882 wurde die zum Gedächtniss Arthur Eggert's gestiftete Prämie dem Primaner Gustav Grunwald zuerkannt.
Bei seinem Abgang von Elbing übergab Herr Staatsanwalt Geras Ciceronis Opera cum notis Gothefredi 1617 nebst Tacitus Werken in der Ausgabe von Brotier, und schon früher Herr Sanitätsrath Dr. Cohn Cicero's Werke in der Ausgabe von Schütz dem Unterzeichneten zur Verleihung an würdige Schüler. Im Sinne der Geber sind die genannten Werke den beiden Abiturienten August Borrmann und Gustav Grunwald überreicht.
Die beiden Abiturienten-Prüfungen fanden am 17. September 1881 und am 27. Februar 1882 unter dem Vorsitze des Herrn Provinzial Schulrath Dr. Kruse statt.
Der Neubau des Gymnasiums auf der Königsberger Strasse ist nunmehr so weit gediehen, dass der Einzug des Gymnasiums in das neue Gebäude nach den Osterferien erfolgen soll. Mit dieser UÜbersiedelung werden manche Veränderungen verbunden sein, über welche zu be- richten dem nächstjährigen Programme vorbehalten bleibt.


