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Jahr 73 a. Chr., ſondern auch der Wegnahme jenes Standbildes des Autolycus!) und der überaus großen Beute, wodurch der Sieger in den Stand geſetzt wurde, ſeine Wohnung in Rom, wie ſeine Villen mit Statuen und Bibliotheken auszuſchmücken, die er dem allgemeinen Gebrauche öffnete. Um ſo aufeallender iſt es jedoch, daß weder Plutarch, noch Cicero, welcher dem Lucullus befreundet und mit deſſen aufgehäuften Kunſtſchätzen wohl auch bekannt war, irgendwo der Sphäre Erwähnung thut.
Somit iſt die Hoffnung vereitelt, die Sphäre des Billarus als ein wichtiges Mittelglied in der Verbindung der einzelnen Sphären zu einer feſt zuſammenhängenden Reihe verwenden zu können, und es treten nun unſichere Vermuthungen an die Stelle factiſcher Gewißheit.— Von wem ſie ſtamme, bleibt dahingeſtellt, wiewohl der Parallelismus der Satzglieder in den Worten bei Strabo darauf hinzudeuten ſcheint, daß Billarus nicht ſowohl der Beſitzer, als vielmehr der Verfertiger derſelben geweſen ſei. Folget man dem Winke, welchen die Geſchichte der Stadt Sinope giebt: ſo nähert man ſich der Werkſtätte, aus welcher die erſten Himmelsgloben hervor⸗ gingen. Denn nach übereinſtimmenden Verſicherungen des Alterthums“*) war Sinope eine Colonie der Mileſier, welche, durch Fruchtbarkeit des Bodens und durch Handel bereichert, Künſte und Wiſſenſchaften bei ſich aufnahm. Hatte die Tochterſtadt ſchon bei ihrer Gründung alle in Milet vorhandene Kenntniſſe und Erfindungen zur Ausſtattung empfangen, ſo mußte die unterhaltene Verbindung mit der Mutterſtadt, welche bei den mileſiſchen Colonien beſonders bemerkenswerth iſt, auch eine ſtete Kunde und Theilnahme an den Fortſchritten bewirken, welche die Mileſier ſelbſt machten. Deshalb konnte auch Anaximanders Kunſtwerk den Sinopen⸗ ſern nicht unbekannt bleiben; ja, es fand hier vielleicht durch die Talente des übrigens unbekannten Billarus eine geeignete Vervollkommnung.
Die Reihe dieſer Aufzählungen ſchließe mit einer Stelle bei Plato im Timaeus“), welche beſondere Beachtung verdient, weil Gewährsmann und Sache von gleicher Wichtigkeit iſt. Plato ſagt:„Die Drehungen eben dieſer Weltkörper und ihre Vorübergänge an einander, die in ſich „zurücklaufenden Zirkelbewegungen und Annäherungen der Körperbahnen, und welcher Art „Götter in den Stellungsverhältniſſen an einander, und wie viele gegeneinander über, und nächſt „welchen voreinander zu ſtehen kommen, und nach welchen Zeiten uns die einzelnen aus dem „Geſichtskreis verſchwinden, und wieder zum Vorſchein kommend Furcht einflößen und Zeichen „der bevorſtehenden Ereigniſſe für die ſenden, welche ſie zu deuten verſtehen, das anzugeben ohne
1) ef. Plut. vit. Lucull. c. 23, 41 ff.— Cic. de Fin. III, 2.— De Leg. III, 13.— Sext. Aurel. Vict. de viris illustr. c. 74.— Isidor. Hispal. Orig. VI. c. 5(in Auct. L. Lat. Gothofred).— Poppe de privatis atque illustr. publ. Romanor. bibliothecis. Progr. Berol. 1826.
2) ef. Strabo a. a. O.— Xenoph. Anab VI, 1. 9. 15.— Polyb. IV, 56.— Harduin ad Plin. H. N. VI, 2.— Müllers Orchom. p. 293.— Poppo Thucyd. II. p. 377.— Vergl. Griech. Staatsal⸗ terth. v. Hermann§. 78.
3) Cap. 40,§. 41 am Ende.


