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1 (1843)
Entstehung
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nochmalige Anſchauung dieſer Nachbildungen(deu di⁴eνενςι τοντν εαμι ιννιαιμννναμτον⁷) dürfte vergebliche Mühe ſein. Indem alſo Plato die Schwierigkeit der in Frage ſtehenden Beſtim⸗ mung ausſpricht, erklärt er zugleich den Blick auf eine Nachbildung als das einzige Mittel zum Verſtaͤndniß; und wie der einfache Gedankenzuſammenhang, ſo zeigt die ſtrenge Hinweiſung des rouron vor 1uννιινιαάυον, daß die Bekanntſchaft mit ſolchen erklärenden Kunſtwerken der Mechanik wohl allgemeiner verbreitet war und für dergleichen Zwecke häufiger benutzt wurde, als wir bei den mangelhaften Nachrichten der Alten über dieſen Gegenſtand vermuthen. Bemerkenswerth iſt es, daß Cicero, wie ſich ſpäter zeigen wird, bei ähnlichen Betrachtungen nicht blos Platos Zeugniß im Timaeus aufruft, ſondern auch, wie Plato, die Sphären als Hülfsmittel gebraucht, um ſeinen Beweiſen eindringendere Kraft zu verleihen. Vergeblich ſucht man übrigens nach weiterer Auskunft über die vom griechiſchen Philoſophen durchνιααα bezeichnete Sache, ſo daß es genügen muß, durch ſein Zeugniß den vorſtehenden Berichten und der Behauptung eine groͤßere Glaubwürdigkeit verſchafft zu haben, daß, ungeachtet des großen Lichtmangels in der griechiſchen Frühzeit, die Sphärenerfindung gleichwohl oft und klar genug dem aufmerkſamen Auge entgegentritt.

§. 12.

Zuletzt, welchem Vorurtheile, ja, welchem Widerſpruche würde man huldigen, wollte man die Anfänge der Globenerfindung an Archimedes knüpfen! Je glaubwürdiger und ausführlicher die Beſchreibungen der Sphären des Archimedes ſind, deſto mehr berechtigen ſie und verpflichten ſogar zu dem Schluſſe, daß ihm nicht ihre Erfindung, ſondern nur ihre höhere Vollendung angehöre. Und ſollte es auch nicht gelingen, ein vollſtändiges Bild von dem Himmelsglobus zu entwerfen, der ſeinen Namen verewigtt: ſo wird ſich doch nachweiſen laſſen, daß Archimedes, indem er ein ganzes Weltgebäude im Kleinen, aber voll Leben und Bewegung vor die ſtaunenden Augen hinſtellte, nur in einem höhern Sinn, als Erfinder betrachtet werden darf. Eine ſolche Leiſtung iſt nicht die Eines Menſchen; es gehören Geſchlechter und Jahrhunderte zu ihrer Geſtaltung. Darum dient auch ſelbſt Archimeds vollendete Sphäre zum Beweiſe, daß lange vor ihm der Weg zu dem glaänzenden Ziele geebnet worden ſei, welches zu erreichen ihm verliehen war.

§. 15. Vermuthungen über die Beſchaffenheit der Sphäre A naximanders.

Daß es an jeder directen Nachweiſung über die Beſchaffenheit der Anaximandriſchen Sphäre gebricht, kann nicht überraſchen. Was ſich darüber ſagen läßt, ſtützt ſich blos auf Vermuthungen, die ſich theils aus einer Betrachtung des Ganzen, theils und hauptſächlich aus Ciceros Berichte ergeben.