Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

37

Ueberſchuſſes von ½3. Tag, ſondern auch für eine Ausgleichung derſelben mit den Monderſchei⸗ nungen erklärt; dem Autolycus jedoch gebührt der Ruhm, Verfaſſer zweier Werke zu ſein, in welchen er ſein Bemühen, neue und ſicherere Beſtimmungen über die Bewegung der Planeten zu geben, beurkundet). Hat nun auch das Geſchick durch Erhaltung dieſer Schriften einen Blick in ſeine Grundſätze geſtattet, ſo bleibt doch keine Nachweiſung eines von Autolycus verfertigten Himmelsglobus; vielmehr iſt es wahrſcheinlich, daß ſeine Schrift egν‿ ευναινμένα οσ£ςσααs den Irrthum veranlaßt habe.

§. f1.

Was endlich die Sphäre des Billarus anbetrifft, ſo verhindert die Dunkelheit, in welcher Sache und Perſon begraben ſind, jede befriedigende Ausmittelung. Iſt doch ſelbſt das Bemühen, außer dem Zeugniſſe Strabos) noch einen Beweis für das einſtige Vorhandenſein der Sphäre aufzufinden, fruchtlos geblieben, geſchweige, daß es gelungen wäre, auch nur ein Wort über deren Urſprung, Beſchaffenheit und Schickſale zu entdecken. Der Bericht Strabos gewinnt übrigens an Glaubwürdigkeit durch die augenfällige Abſichtlichkeit der gemachten Mittheilung. Denn indem er die Geſchichte der Stadt Sinope in Paphlagonien kurz zuſammendrängt, fügt er ausdrücklich hinzu:Rach erfolgter Eroberung ſchonte Lucullus aller zur Verzierung der Stadt dienenden Kunſtwerke; nur die Sphäre des Billarus und die Bildſäule des vor⸗ geblichen Stadtgründers Autolycus, ein Werk des Sthenis, nahm er hinweg.

Unverkennbar iſt der große Werth, welchen nach dieſer Angabe die Sphäre des Billarus hatte; denn es waren unſtreitig wichtige Gründe vorhanden, weshalb ſowohl Strabo, mit Uebergehung manches andern Gegenſtandes, gerade dieſen hervorheben zu müſſen glaubte, als auch Urſachen, weshalb Lucullus ſeine Beuteluſt auf die Wegnahme dieſer beiden Kunſtwerke lenkte. Gewiß iſt es, daß Lucullus im dritten mithridatiſchen Kriege die glückliche Eroberung der pontiſchen Städte überhaupt und Sinopes namentlich benutzte, um gleichſam als ein Vorbild in dem Kunſtraube zu gelten, deſſen Nachahmung im Großen Paris im 19. Jahrhundert eine Zeit lang zum Sammelplatze faſt aller Kunſtdenkmäler Europas gemacht hat. Plutarch, der Biograph dieſes Römers, der, über Nacht) zum großen Feldherrn geworden, durch ſeine Habgier die pontiſchen Völker in Schrecken), durch ſeine Prachtliebe die Bewohner Roms in Staunen ſetzte, Plutarch gedenkt nicht blos der Eroberung von Sinope im

1) ef. Simplic. ad Aristot. de Coelo II, 46. Fabr. bibl. Gr. III, 88. p. Ukert a. a. O. Th. Il. Abth. 2. S. 119. 122...-nnn,. 4

2) Strabo Libr. XII. p. 641. 70 4εν αee⁴ον εκμον τπ νQπσεευς dιεᷣσαεεν oνulo, 1 ³ε ν B2οv Geiαάσ☚ αl ⁷σε, H 10ν1ντευνοω Ʒέωνμ⁶ο‿ εοeꝓνφ ν⁷. z. 7.

3) cf. Cie. Aeadem. Quaest. IV, 1. 2.

4) cf. Cic. pro Lege Manil. c. IX. 10