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der Fertigung von Sphären zugewendet habe. Wirklich findet ſich, wenn auch nicht eine aus⸗ führliche Beſchreibung, doch eine glaubhafte Nachweiſung hierüber. Der, noch in das zweite vorchriſtliche Jahrhundert fallende und wohl unterrichtete Varron) ſagt ausdrücklich, daß Pythagoras zu Tarent eine Nachbildung des Himmels und der Erde aus Erz gefertigt habe. Es wird freilich mit keinem Worte angedeutet, von welcher Beſchaffenheit dieſe geweſen, oder welches Schickſal ſie gehabt habe; ſo daß es alſo der Vermuthung überlaſſen bleibt, dieſelbe als eine, vielleicht verbeſſernde Nachahmung der joniſchen Erfindung anzuſehen, welche, unſerm Auge durch unbekannte Urſachen eine Zeit lang verborgen, ſpäterhin erſt wieder erkennbar geworden ſei in Archimedes glänzendem Kunſtwerke. Denn ſo wenig verwelken oder verweſen die edeln Früchte des Geiſtes, daß jeder gute Gedanke, jede nützliche Erfindung fortwuchert und, wenn auch von Unachtſamen lange überſehen, unter begünſtigenden Umſtänden herrlicher hervortritt und in der menſchlichen Culturgeſchichte eine würdige Stelle einnimmt.
So gewinnt die, von Laurentius Beger'“) erläuterte ſamiſche Münze, auf welcher Pythagoras ſitzend und mit einem Stabe auf eine Sphäre hinzeigend dargeſtellt wird, durch Berückſichtigung der Varroniſchen Angabe eine hinreichende Deutung, wie auch umgekehrt die Nachricht Varros durch Beachtung dieſer Münze ihre Beglaubigung empfängt.
Richten wir, um die aufgeſtellte Reihenfolge der angeblichen Sphärenverfertiger nicht zu verletzen, unſere Aufmerkſamkeit auf den Agrigentiner Empedocles, des Parmenides und Socrates Schüler: ſo gewahren wir allerdings eine o„ãαα, die unter ſeinem Namen geht, aber ſie läßt ſich nur auf das bekannte, aus wenigen Verſen beſtehende Gedicht über den geſtirnten Himmel beziehen. Denn ſo weit die vorliegenden Quellen reichen, findet ſich nirgend eine Spur von einem wirklichen Himmelsglobus, und es beruht die Angabe auf einer Verwechſelung der durch das Wort„ρααοα bezeichneten Begriffe. Dieſe Verwechſelung war leicht möglich, weil dieſer Ausdruck ſeit Muſaeus), außer für einen Globus, auch für poetiſche Betrachtungen über Götter und Weltall gebräuchlich war und ſich mit der Zeit auch auf proſaiſche Abhandlungen über ſolche Gegenſtände fortpflanzte.
In Betracht des Cnidiers Eudoxus ergiebt ſich ein erfreulicheres Reſultat. Die Schriften der Alten“) ſind voll ſeines Lobes. Mit Selbſtſtändigkeit und Schärfe im Denken, mit Feinheit und richtigem Tact in ſinnreichen Combinationen verarbeitete ſeine raſtloſe Thätigkeit den Stoff, welchen ein niegeſtillter Durſt nach Kenntniſſen aufſuchte, zu gehaltreichen, das ganze Gebiet
1) Varro de Lingua Lat. IV, 6.
2) Spiecilegium antiquitatis p. 11. ef. Fabric. Bibl. Gr. IV. p. 487.
3) ef. Loheck Aglnoph. T. I. p. 382.
4) Strabo Edit. Bas. p. 1. 453 etc.— Diog. Laert. Edit. Lugd. VIII. p. 235.— Suidas Lex. s. v.
Eud.— Cicero de Divinat. II, 42.— Plin. II. N. II, 48.— XVIII, 74 etc.— ef. Fabric. bibl. Gr. III. p. 85.— Brueker Hist. erit. Phil. I. p. 1140.— Ukert Geogr. d. Gr. u. R. Th. I. Abth. 1. S. 80. Abth. 2. S. 30. 112. 115. 162. 172. 216 ꝛc.— Ideler Handb. d. techn.
Chronolog. I, 357.


