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kömmt, reden die andern Schriftſteller abſichtlich und gefliſſentlich von Anaximanders Himmelsglobus.— Uebrigens ſteht Ciceros Angabe ganz iſolirt und fern von der Möglichkeit, durch Ermittelung ihrer Quelle gewürdigt zu werden. Es iſt wahrſcheinlich, daß bis zu der Zeit, wo Marcellus die Sphäre bekannt machte(212 a. Chr.), in Rom nichts der Art war geſehen worden, und daß erſt von dem Zeitpuncte an und zwar nur bei wenigen wiſſenſchaftlichen Männern ein wirkliches Intereſſe für dergleichen Kunſtwerke erwacht iſt. Dieſes Intereſſe neigte ſich obenein mehr zur Bewunderung des großen Verbeſſerers der Sphäre, des Archimedes, als zur fleißigen Ausmittelung des erſten Erfinders, bis allmählich auch auf dieſe Frage geachtet wurde.
Mithin dürfte es wohl nicht unerlaubt ſein, in der angeführten Stelle, bei vorausgeſetzter Correctheit derſelben, vielleicht als Folge jugendlicher Flüchtigkeit einen Irrthum wahrzunehmen, welchen der gereifte Mann bei Abfaſſung der Bücher vom Staate zu berichtigen unterlaſſen hat. Iſt jedoch die, im gewöhnlichen Texte aufgenommene Lesart tornatam zu vertauſchen mit ornatam oder adornatam, wie Orelli in ſeinen kritiſchen Bemerkungen in dieſer Stelle anführt: ſo dürfte auch deswegen dem Thales nicht die Erfindung der Sphäre, ſondern nur die Aus⸗ ſchmückung, Verzierung derſelben, nämlich durch Auftragung von Geſtirnen zufallen und die Annahme einer Vereinbarung des Thales und Anaximander bei Fertigung des Kunſtwerkes nicht unſtatthaft ſein. Jedenfalls bliebe es von Wichtigkeit, daß auch die Auctorität des Cicero⸗ niſchen Zeugniſſes den Urſprung der Erfindung auf die Anfänge der joniſchen Schule zurückführt.
§. 10. Chronologiſcher Wahrſcheinlichkeitsbeweis.
Einen dritten Wahrſcheinlichkeitsbeweis begründet die chronologiſche Reihenfolge der von den Alten erwähnten Sphären.
Fabricius“) hat in ſeiner gelehrten Rüſtkammer die Namen einiger Männer, als Urheber von Sphären, zuſammengetragen, was in ſo fern von Werth iſt, als dadurch ein Weg geöͤffnet wird, auf welchem die Erfindung von Archimeds meiſterhafter Vollendung an rückwärts bis zu den erſten Anfängen durch Anaximander geführt(547— 287 a. Chr.) werden kann. In den 260 Jahren nämlich, welche ſeit Anaximanders Tod*²) bis zu Archimeds Geburt) ihren Lauf vollbrachten, ſollen wirklich mehrere aufgeklärte Köpfe ſich die Aufgabe geſtellt haben, durch zweckdienliche Inſtrumente die Oeconomie der Himmelskörper zu veranſchaulichen. Werden die vorzugsweiſe als Urheber von Sphären namhaft gemachten Männer, Autolycus aus
1) Bibl. Gr. Libr. IV. p. 456 sq. 2) Clinton f. Hellen s. v. Anaxim.
) Groddeck H. Gr. liter. T. II. p. 126.


