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1 (1843)
Entstehung
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keineswegs die äußerſte Quelle erreichen könne, ſondern ſich vielmehr mit der Wahrſcheinlichkeit begnügen müſſe: ſo würde die Widerlegung dieſes Einwurfes ohne große Schwierigkeit möglich werden. Abgeſehen davon, daß es uns nicht zum Vorwurfe gereichen dürfe, wenn wir uns in dieſer Sache mit der Meinung begnügen, welche das Alterthum für Wahrheit anſah, hängt die Chartenerfindung zu genau mit dem Standpuncte der Kenntniſſe vom Weltgebäude und der Erdkunde zuſammen, als daß man über die joniſche Schule hinausgehen könnte. Es mußte eine wiſſenſchaftliche Behandlung ſich dieſer Gegenſtände bemächtiget haben, ehe an eine durch Grund⸗ ſätze geregelte, ſinnliche Darſtellung derſelben zu denken war. Geographiſche Kenntniſſe, durch Reiſen und eigne Anſchauung oder durch Erzählungen Anderer veranlaßt, müſſen natürlich längſt vorhanden geweſen ſein, und zwar von dem Augenblick an, wo Abſicht oder Zufall aus der Heimath in andere Länder führte; aber alle dieſe Kenntniſſe waren wohl ohne Zuſammenhang untereinander, und betrafen nur einzelne Gegenden und Orte, die gerade jemand geſehen, oder von denen er eben durch Andere Kunde erhalten hatte. Erſt von der Zeit an, wo das Nachdenken der joniſchen Schule anfing, wie über den Himmel ſo über die Erde Licht zu verbreiten, war daher eine wiſſenſchaftliche Verbindung und ſachgemäße Anordnung des vorhandenen geographiſchen Stoffes zu erwarten. Es iſt auch von beſonderer Bedeutung, daß die angeführten Nachrichten mit einander übereinſtimmen in der Angabe: Anaximanders Charte ſei eine Erd⸗ oder Welt⸗ charte geweſen, habe die Umriſſe der Länder und Meere zuerſt verzeichnet; denn das Großartige und Umfangreiche in dieſer Leiſtung ſetzt unſtreitig ein Talent voraus, welches ſeine innere Kraft mit Umſicht und Genauigkeit auf Feſtſtellung des Allgemeinen, wie auf regelrechte Anordnung des Einzelnen richtet. Die Aufzählung bekannter Städte bei den Dichtern und die ⸗rioeig der Logo⸗ graphen laſſen ſich als die rohen Anfänge der Geographie und als die Grundlage ſpäterer Charten⸗ zeichnung betrachten. Waren unter den Aegyptern bereits ſeit Seſoſtris,(wie¹) Fabricius nach Euſtathius anführt) Landcharten bekannt, ſo bleibt überdieß zu vermuthen, daß ſich, vielleicht durch Thales, die Kunde davon aus Aegypten nach Jonien verbreitet gehabt habe, und alles Auffallende in dem Anaximandriſchen Entwurfe einer Erdcharte verſchwindet.

Zuletzt ſprechen deſſelben Euſtathius, von Fabricius') beigebrachte Worte: aαο om udοεαννάν iοτdοννπαιεάακ̈νμιμαναυα⁴ος, Eeraos de εr ατde ꝛij zaτ⁹⁷ dr⁶ννιάια επιι‿αmεεεν. Merd erεros αςνιννπμέηαναανμέ̈ο Hdννο, zd zeετανριοο Eοsos eine neue Beglaubigung für Anaximanders Chartenerfindung aus. Wie es von Gewicht ſein mußte, daß vor Anaxi⸗ mander niemand als Chartenverfertiger genannt wird, ſo muß es auch wiederum als wichtig erſcheinen, daß, nach Ausſage dieſer kurzen literarhiſtoriſchen Skizze, ſogleich nach Eröffnung des neuen Weges mehrere Talente ſich veranlaßt fanden, denſelben zu betreten und das Angefangene

¹1) Nach Eustathius ad Dionys. Perieget. Vergl. Fabric. bibl. Gr. L. IV. cap. 2, 10. Not.* pag. 38, und dieſelben Angaben in der Bibl. Antiquar. cap. 5 ff. Groddeck Init. h. Gr. lit. T. II. p. 33.

2) Fabric. Bibl. Gr. 1. 1. Vergl. hiermit d. intereſſant. Mitth. bei Reinganum(Geſch. d. Erd⸗ und Länderabb. d. Alten. S. 77 ff.) und Idelers Schreiben an denſ. über diefen Gezeſton S. 176.