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verbeſſernd fortzuſetzen. Zudem war der erſte Nachfolger nicht blos ein jüngerer Zeitgenoſſe Anaximanders, ſondern auch ein Landsmann; denn Hecataeus“), zwei Jahre vor Anaxi⸗ manders Tod in Milet') geboren, vernahm unſtreitig als Knabe und Jüngling die Lobſprüche, durch welche die Mileſier das glänzende Verdienſt des großen Verſtorbenen noch feierten, und ward vielleicht gerade dadurch in die Laufbahn eines Geographen getrieben. Denn es begann von jetzt an eine rege Thätigkeit in Bearbeitung des nun ſchon geebneteren geographiſchen Gebietes und die claſſiſchen Schriftſteller erwähnen mit Sicherheit und Ausführlichkeit mehrerer Charten, freilich wohl von verſchiedenem Umfange und für beſtimmte Einzelzwecke berechnet. Eine ſolche, in Erz gegraben, benutzte ſchon im Jahre 500 a. Chr.*) der mileſiſche Tyrann Ariſtagoras in Sparta zur Förderung ſeiner politiſchen Zwecke; auf eine ſolche verweiſend beſchämte Socra⸗ tes“¹) auf ſinnreiche Art den Dünkel des auf ſeine Landgüter ſich brüſtenden Alcibiades; der Kenntniß⸗ und Güterreiche Theophraſtus aber), welcher eine größere Anzahl von dergleichen Charten unter ſeinen wiſſenſchaftlichen Schätzen beſaß, verordnete in ſeinem Teſtamente, dieſelben nach ſeinem Tode in einem Porticus aufzuſtellen, wo ſie ebenſowohl zur Zierde, als zur allge⸗ meinen Belehrung dienen konnten ⁵⁹).
So anziehend nun auch die Gelegenheit wäre, über das Material dieſer Charten, ihre Beſchaffenheit, innere Einrichtung, den Ort ihrer Aufſtellung und Aehnliches einige Bemerkungen einzuſtreuen: ſo muß dieß dennoch unterbleiben, aus Furcht vor Wiederholung deſſen, was vielleicht von beſſer Unterrichteten vollſtändiger geſagt ſein mag. Hier genüget es, aus dieſer kurzen Beleuchtung neben der Befugniß, Anaximander für den wirklichen Erfinder der Charten zu halten, auch die Berechtigung ableiten zu dürfen zu dem Schluſſe:
daß derſelbe Geiſt, welchem es gelang, die Geſtalt der Erde auf einer Tafel abzubilden, auch wohl werde im Stande geweſen ſein, das Weltgebäude auf einem Globus(αανα) darzuſtellen. Und zwar iſt zu vermuthen, daß die Char⸗ tenerfindung der Weg zur Erfindung des Himmelsglobus geworden ſei.
Es war nur Ein Schritt von dieſer Erfindung zu der andern und die Erfahrung lehrt, daß die Erfindung, welcher einer folgenden zum Grunde liegt, immer die ſchwierigſte ſei. Es mag, in der That! mehr Mühe gekoſtet haben, die in der Seele allmählich ausgebildete Vorſtellung
1) Clinton(ſasti llellen. ed. KRrüger. p. 5. 15. 20) beſtimmt deſſen Lebzeit von 549— 501 a. Chr. 2) Strabo I. 1. ſagt: Ercrdog, 0ο³τνς ααοσν(eνας 2 Eoα‿rοανέηιν φρν.) 3) cf. Herodot. L. V. æ. 49 mit den Anmerk. v. Bähr zu dieſ. Stelle.— Ukert(Geogr. d. Gr. u.
R. Th. I. Abth. 2. S. 160) vermuthet darunter die Charte des Hecataeus.— Clinton fasti Hellen. p. 20.
4) ef. Aelian. Var. histor. III. 28. 5) Diog. Laert. Libr. V. vit. Theophr. p. 126. D.
6) Vergl. die Worte von Mannert und Ukert a. a. O. über d. weitere Entwickelung d. Geogr. und Chartenzeichnung, und Reinganum a. a. O.


