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1 (1843)
Entstehung
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und wie es iſt in ſeinen Elementen, welche Lehren von ſpätern Philoſophen, z. B. von Anaxa⸗ goras aufgefaßt und weiter verarbeitet wurde zu der Lehre vom Chaos. Mit gleicher Selbſtſtändigkeit, aber folgerecht, beſtimmte er den Himmel in Kugelform als eine Miſchung) des Warmen und Kalten, und die Geſtirne als feurige Hohlkugeln, verſuchte?) die Größe und Entfernung der Himmelskörper auszumitteln und ihr Verhältniß zur Erde, dem Mittelpunct der Welt, anzugeben, die in ſphäriſcher Geſtalt durch den gleichen Abſtand von der Oberfläche der Himmelskugel ruhe und nicht ſinke, weil kein Grund ſei, warum ein Körper, der in der Mitte einer Kugel ſchwebe, ſich nach oben oder unten, oder nach einer Seite hin bewege*). Sind dieſe wenigen Züge aus dem philoſophiſchen Leben Anaximanders ſchon hinreichend, um in demſelben einen talentvollen, ſelbſtſtändigen Denker erkennen zu laſſen: ſo darf man, alle weitere Ent⸗ wickelung über ſeine philoſophiſchen Anſichten als nicht zu dieſem Zweck gehörig den hiſtoriſch⸗ philoſophiſchen Werken überlaſſen, und den Blick den Erfindungen zuwenden, welche demſelben, zum Theil ohne Widerſpruch, zuerkannt werden. Hier gewahrt man Erſcheinungen, die eben ſo charakteriſtiſch ſind, als der Werthſchätzung würdig. Wurde Thales als Begründer der Mathe⸗ matik unter den Griechen gerühmt, ſo iſt Anaximanders Ruhm wegen ſeiner mathematiſchen Kenntniſſe nicht geringer. Von Bedeutung war die Verfertigung der erſten Erdcharte), die Erfindung eines Sonnenzeigers, den er in Lacedämon aufſtellte?), die Beſtimmung oder Bekannt⸗ machung der Aequinoctial⸗ und Solſtitialpuncte⁰), die Berechnung der Ekliptik. Wenn nun Angaben in dieſer Anzahl und von ſolcher Bedeutſamkeit in den Gegenſtänden auf einen Mann hinweiſen, dann kann ſelbſt der Zweifel an der Zuverläſſigkeit einer oder der andern Nachricht den Glauben an die geiſtige Größe Anaximanders nicht untergraben. Fehlte auch den einzelnen Beſtimmungen die mathematiſche Schärfe, wie ſie etwa die folgende Zeit geben konnte, ſo lag doch in der gebildeten Vorſtellung die Veranlaſſung zu genauerer Feſtſtellung, die allmählich erfolgte. Zu ſeinen Verdienſten gehört endlich noch das, der erſte geweſen zu ſein, welcher

1) Stob. ecl. phys. pag. 500 ſagt: rcειιιασάe⁶οοσ ⁷τeνυοσσσ⁶σν£έ⁵τν☛εανεαα ειμιο εα ηυνιο

10αμαόάαιοο ef. Euseb. Praeparat. Ev. I, 8. Schleiermacher a. a. O. S. 113.

2) llleune ap. Simplie. de Coelo. f. 115. a. legt dieß dem Anaximander bei, obſchon Andere dem Thales. Diog. Laert. II, 1. B. berichtet blos, Anax. habe gelehrt: der Mond habe ein falſches Licht und werde von der Sonne erleuchtet; die Sonne ſei nicht kleiner als die Erde und das reinſte Feuer. Wie Plutarch de placit. philos. II, 20 die genauere Beſtimmung, daß nämlich die Sonne 28mal größer ſei als die Erde, mittheilt, ſo ergänzt auch Stobäus(Eelog. phys. I, 25) die Lehre von der Stellung der Himmelskörper, von denen die Sonne den oberſten Punct einnehme, den nächſten der Mond. Siehe Schleiermacher a. a. O. S. 122. 124.

3) Aristot. de Coelo II, 13. Schleiermacher a. a. O. S. 123.

4) cf. Strabo Geograph. ed. Basil. pag. 6. Suidas I. I.; ſiehe unten§. 5 ff. Plin. H. N. VII, 56. Diog. Laert. II, 1.

5) cf. Diog. Laert. I. I. mit den Anmerkungen des Menage. Suidas Lex. l. l. Eusebius Praepar. Evang. Libr. NX., letztes Cap. Plin. H. N. II, 76 legt ſie dem Anaximenes bei, viel⸗ leicht in Folge eines Schreibfehlers. Ideler Handbuch d. math. und techn. Chronolog. p. 235.

6) Auch hier treten die Nachrichten des Alterthums durch Abweichung und Widerſpruch in undurchdringliches Dunkel. Schon oben wurde dieſelbe Ehre dem Thales zugewieſen. ef.§. 1. 5

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