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1 (1893) Sprachlich-grammatischer Teil
Entstehung
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1. dem Schüler gegenüber der Einwirkung des Lateinischen sein Sprachgefühl möglichst zu entwickeln und zu stärken, ihm ferner Correctheit und Gewandtheit im Gebrauche der Muttersprache zu sichern; dabei ihn jedoch

2. auf die Ahnlichkeiten und

3. auf die Verschiedenkeiten des beiderseitigen Sprachgebrauchs stets aufmerksam zu machen.

Eine strenge Achtsamkeit auf seine Fehler und eine stete Kritik der Ausdrucksweise, sei es bei Nacherzählungen im Deutschen, bei Inhaltsangaben im Lateinischen oder bei irgend einer abschlielsenden Zusammenfassung nach Beendigung einer methodischen Einheit, erweist sich dabei als besonders förderlich. Werden in erster Linie stets die Mitschüler des Er- zählenden zur Kritik angehalten die sich übrigens nicht nur auf die Form, sondern auch auf den Inhalt zu erstrecken hat so schärft sich ihr Ohr bpald für die Verstölse gegen die Muttersprache, und sie werden in Zukunft bestrebt sein, selbst solche möglichst zu vermeiden.

II. Geographie.¹

Wenn auch der geographische Unterricht zu der sprachlichen Bildung naturgemäls nicht soviel beizutragen vermag wie der lateinische und deutsche*, so kommen doch dabei eine Anzahl von Namen vor, deren Deutung geeignet ist, das sprachliche Interesse des Schülers zu wecken und seine Mitarbeit beim Auffinden des Wortsinns in Anspruch zu nehmen. Mancher Vorgang aus der lateinischen oder deutschen Wortbildung wird dadurch eine Stütze erhalten oder als Anknüpfungspunkt dienen können. Tritt vollends zu der sprachlichen Erklärung eine sachliche hinzu, so hört gar mancher Name auf, ein unverständlicher Laut zu pleiben, und die kindliche Phantasie hat den weitesten Spielraum 3.

Ich habe hier weniger die gewöhnlichen und oft von selbst verständlichen Zusammen- setzungen mit berg, burg, hafen, heim, wald u. äã. oder Namensableitungen politischer und physikalischer Gebiete von dem Namen des dort ansässigen Volksstammes(z. B. schwäbisch- bayrische Hochfläche) im Auge obgleich sich auch hier gelegentlich eine gruppierende Zu- sammenstellung im Interesse der leichteren Einprägung empfiehlt sondern z. B. Namen wie Coblenz lat. ad Confluentes, Cöln Colonia(Agrippina), Trier Augusta Trevi- rorum, Mainz Moguntiacum, Augsburg Augusta Vindelicorum, Regensburg Castra Regina, Passau Castra Batava(vgl. Bataver, Batavia, Betuwe). Wie aus diesen römischen Castellen allmählich die jetzigen blühenden Städte entstanden sind, so haben auch im Laufe der Zeit ihre Namen in der Volkssprache eine veränderte Gestalt angenommen, die jedoch

¹ A. Thomas, Etymologisches Wörterbuch geographischer Namen(Leipzig, Hirt; alphabetisch geordnet). A. Ganzenmüller, Erklärung geographischer Namen(Leipzig, Fock; nach Erdteilen und Ländern geordnet). Von dem grofsen Werke von Egli, Nomina geographica(Leipzig, Brandstetter; alphabetisch geordnet) erscheint eben die erste Lieferung d. zweiten Auflage. Vgl. auch Behaghel, die deutsche Sprache(Leipzig, Freitag) p. 225 ff. Willmann a. a. O. p. 63.

² Vgl. auch S. 11, Anm. 3 und S. 12, Anm. 3.

3 Allerdings gilt dies vorzugsweise für die Erklärung aulfserdeutscher resp. aulsereuropäischer Namen, wie Thomas a. a. O. in der Vorrede ausführt.