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1 (1893) Sprachlich-grammatischer Teil
Entstehung
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bildet werden, daſs die im Perfect reduplicierenden Verba nach Conjugationen in sich zu- sammengefaſst werden. Die Composita zu betrachten verlohnt sich ebenfalls, und es er- gibt sich:-

1. Nur die von curro können reduplicieren,

2. die Formen repperi, reppuli, rettuli(rettudi selten) stehen statt re-peperi(zugleich einziges Verbum der IV. Conj., das ursprünglich Reduplication hatte), re-pepuli, re-tetuli. Auſserlich stellt man diese Formen vielleicht mit reddo zusammen.

III. Zusammenfassung bestimmter bei der Wortbildung beobachteter Vorgänge, z. B.:

a) Einschiebung eines Consonanten bei Compositen, wenn das einfache Verbum mit einem Vocal anlautet: redeo, redigo, redimo, prodeo, prodesse ².

b) Ableitung der meisten abgeleiteten Worte von dem Supinalstamm: voveo votum (Votum), cado casus(Casus), decerno decretum(Decret).

c) Jedoch sind auch viele Worte vom Präsensstamm gebildet: sentio sententia, cado caducus cadaver(Cadaver), pario parentes.

d) die Assimilation: offero(Offerte, offerieren), corrigo(corrigieren, Correctur), illustro (illustrieren, Illustration) intellego(intelligent) 3.. e) Anderung des Stammvocals bei vielen Compositen.

1. a wird zu e: arceo excerceo(exercieren), pario aperio, patior(Patient; Passiv) perpetior. 2. à zu l: capio accipio, cado occido(Occident), habeo cohibeo, salio desilio. 3. ae zu i: caedo concido, quaero inquiro(inquirieren, Inquisition).

4. 8 zu I: teneo contineo(Continent), sedeo possideo(Possessiv-Pronomen), rego corrigo..

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¹n der Form reddo erkläre ich gewöhnlich die beiden d als durch kurze Ausprache des e entstanden und allmählich in die Schriftsprache übergegangen. Auch der Schüler, der Formen wie män, in ausspricht, schreibt zuweilen in seinen Arbeiten statt dessen: mann, inn; ebenso spricht der gemeine Mann(wie der Dienstbote oder Soldat vom Lande) bei uns stets: Vatter(Vadder) statt Vater oder: hawwen) statt haben, und seine nach Hause gerichteten Briefe beweisen, dals diese Formen auch in seine Schriftsprache über- gegangen sind. Vgl. übrigens die nächste Anmerkung.

² Will man den Bestandteil red als ursprünglish annehmen und das d nur als im Auslaut vor fol- gendem Consonant abgefallen erklären, so bieten im Deutschen die Formen dabei, dadurch, damit, wobei, wodurch, womit einen analogen Fall für den Buchstaben r; denn die Formen darin, darum, daran, darüber, worin, worum(warum), woran, worüber beweisen das ursprüngliche Vorhandensein des r, welches nur vor einemVocal stehen blieb. KAhnlich finden wir neben eher ehe, hier hie, darnach danach. In diesem Zusammen- hang verlohnt es sich vielleicht auch, den Schüler auf das Einschieben anorganischer Laute in seiner Muttersprache hinzuweisen, z. B. in den Formen allenthalben, entlang, entzwei, oder bei den zahlreichen Bildungen: gele- gentlich, hoffentlich, namentlich, eigentlich, ordentlich, öffentlich, wesentlich u. ä. Auch in den Wendungen der Volkssprache unserer Gegend: obs, ehs,(weils, wanns, wenns) du kommst, obt(wannt, wennt, weilt) ihr geht, sind s und t jedenfalls anorganische Laute. Vgl. Behaghel, die deutsche Sprache, Leipzig, 1886 p. 163.

² Als analog bieten sich dialectische Formen wie Kinner(Kinder), annere(andere), hinne,(hinten; mit Ausfall des n), unne, unner(unten, unter), kamman(kann man), vommir(von mir) u. ä.; noch weitergehend ist z. B. die Assimilation in Muffel(= Mundvoll); auch der Schüler sagt im gewöhnlichen Leben mpf(fümf) und comfirmieren statt fünf und confirmieren. Schriftdeutsch ist die Form Hoffahrt= Hochfahrt(noch vorhanden im Adjectiv hochfahrend). Auch geographische Namen wie Bamberg= Babenberg, Homburg=

Hohenburg, Schaumburg= Schauenburg lassen sich hier verwerten. 2*