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Das obenerwähnte Herausarbeiten der UÜbersetzung jedes Satzes vom finiten Verbum aus — und zwar nicht nur der einzelnen Glieder, sondern auch innerhalb eines Satzgefüges der einzelnen Nebensätze— ist weiterhin vortrefflich geeignet, dem Schüler einen Einblick in das Verhältnis der Satzteile zu gewähren und hierbei die Arten der Nebensätze in ihrer Beziehung zum Hauptsatze oder zu einander zu veranschaulichen. Durch Fragen mit wann, weshalb (warum, aus welchem Grunde), zu welchem Zwecke(in welcher Absicht) u. s. w. wird er bald im Stande sein, den betreffenden Satz als einen Temporal, Causal-, Finalsatz u. s. W. zu erkennen. Sehr schwierig sind die Folgesätze klar zu machen, und oft können hier nur umfangreichere Ausdrücke wie: mit der Folge daſs, so daſs in Folge davon u. ä. das richtige Verhältnis zwischen Haupt- und Nebensatz feststellen. Zur Veranschaulichung empfehlen sich häufige Nebeneinanderstellungen von Final- und Consecutivsätzen, und es wird das Verständ- nis nicht wenig fördern, wenn solche Ubungen auch im eigentlichen deutschen Unterrichte öfter vorgenommen werden, und der Lehrer sich bei leicht verständlichen Sätzen hie und da einmal die lateinische UÜbersetzung geben läfst. Aufserlich gibt die Einkleidung durch damit oder um zu und so dafs einen Anhaltspunkt für die Satzart.
Auf zwei syntactische Punkte will ich noch hinweisen, die Behandlung der Adverbia und der Coniugatio periphrastica. Das Verständnis des Adverbs fällt dem Schüler insofern schwerer, weil es im Deutschen keine besondere Form hat. Hier knüpft man am besten an die im Anfange des Sextaunterrichts vorgenommenen Übungen an, die dem Schüler äufserlich die UÜbereinstimmung zwischen Subject und Prädicatswort an der Gleichheit der Endungen vorführen. Dieselbe wird ihm z. B. in dem Satze: Deus bonus est klar gemacht durch die UÜbersetzung: Gott ist ein guter(näml. Gott). Hier gehört der Ausdruck gut zu Gott. Stelle ich aber daneben den Satz: Gott handelt gut, so gehört der Begriff gut hier nicht zu Gott, sondern zu handelt; er bestimmt das Verbum näher und hat deshalb als erklärender Zusatz zu demselben den Namen Adverbium erhalten. Im Lateinischen giebt es dafür eine besondere Form, im Deutschen nicht, und man erkennt das Adverbium dann nur daran, daſs man es durch einen umfangreicheren Ausdruck ersetzen kann, wie in unserem Beispiel: in guter Weise, auf gute Art. Hier kann nur häufiges Nebeneinanderstellen von beiderlei Beispielen die nötige Sicherheit in der Anwendung geben, und im Anfang muſs der Lehrer sich den zu übersetzenden Satz immer im Deutschen erst so von den Schülern um- wandeln lassen, wie ihn sich der Lateiner in seiner Sprache denkt.— Was die Endungen der Adverbia hetrifft, so sind hinsichtlich der Bildung die Superlative von dem Schüler als Adjectiva auf us anzusehen. Die Befestigung der Steigerungsformen geschieht am besten dadurch, daſs bei jedem vorkommenden Adverbium die Angabe derselben stets von den Schülern verlangt wird.
Bezüglich der Coniugatio periphrastica bin ich der gleichen Ansicht wie Waldeck, der z. B. bei der Erlernung des Part. Fut. Pass. in Sexta sogleich die Zusammenstellung mit esse beifügt, also amandus sum ich bin ein zu liebender(mit Übereinstimmung des Ge- schlechts). Man kann aber auch von der deutschen Übersetzung z. B. des Part. Fut. Pass. aus- gehen, etwa mit der Frage beginnend: Wie heiſst: Einer der geliebt werden muls? Wie wird heilsen: Ich bin einer, der geliebt werden muls? Sum amandus oder besser lateinisch: Amandus sum. Sagen wir nun im Deutschen auch so: Ich bin einer, der geliebt werden mulſs? Nein, wir sagen: Ich muls geliebt werden. Wie heiſst nun weiter: Du bist einer, der geliebt werden muls? Wie sagen wir statt dessen mit einem besseren deutschen


