doch noch mehr zu leiden hatte, das schlechteste Beispiel gaben. Dagegen ist er des Lobes voll über v. Gilsa, Huth und viele andere hessische Offiziere und wünscht mehr solcher Leute zu haben.
Die nächsten Tage wurden von den Ver- bündeten benutzt, um die an den Werken und Batterien angerichteten Beschädigungen aus- zubessern und den Beginn der Beschiessung vorzubereiten. Die Franzosen fuhren fort an den Festungswerken zu arbeiten. In der Nacht vom 9H. zum 10. steckten sie alle noch vor dem Ahnaberger Thore stehenden Gebäude, das Schützenhaus, den Schafhof, das Holz-Magazin und eine Anzahl Gartenhäuser in den Brand, um sich ganz freie Aussicht zu verschaffen. Die ganze Nacht hindurch erhellte der Flammen- schein die Gegend; einige franzôsische Bataillone rückten aus, sodass die in den Laufgräben stehenden Truppen unter dem Gewehr stehen mussten, eines Ausfalls gewärtig; doch standen die Feinde vom Angriffe ab. Dagegen hatte in der Nacht vom 7. zum 8. der Chevalier de Jaucourt mit 8 Grenadier-Kompagnien und und 150 Reitern einen glücklichen Streifzug nach Gudensberg unternommen und war am 8. früh nach Vernichtung der dortigen Magazine mit 23 Gefangenen und einer Anzahl zusammen- getriebenen Viehes nach Cassel zurückgekehrt.
Nachdem schon in den vorhergehenden Tagen einige Batterien auf die Festungswerke gefeuert hatten, begann am 10. nachmittags die eigentliche Beschiessung. Aus 4 Batterien, welche mit 6 Vierundzwanzigpfündern und 14 Zwölfpfündern bewaffnet waren, wurden die Werke der Angriffsfront, der Ahnaberg, Wil- helmsberg und Giesberg, sowie die 3 Lünetten heftig beschossen; doch gingen die Schüsse noch vielfach zu kurz und belästigten die Ar- beiter an den Werken derart, dass sie zurück- gezogen werden mussten. Abends 6 Uhr(bei Dunkelwerden) schwieg das Feuer und ward am andern Tage wieder aufgenommen; diesmal gingen aber die Schüsse zu weit; die meisten
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Geschosse fielen in die Strassen und Häuser der Stadt, und eine Anzahl Bürger wurde ver- wundet. Erst am Vormittage des 12. hatten die Belagerer sich eingeschossen, und nun richteten die Kugeln und Bomben an den neuen Werken beträchtlichen Schaden an. Auch nach dem Thurme der Martinskirche richtete man eine Anzahl Schüsse, da die Franzosen auf demselben einen Beobachtungsposten auf- gestellt hatten. Am 13. gewann jedoch das Feuer der Belagerten das Ubergewicht, da sie eine fast doppelte Anzahl schwerer Geschütze ins Feuer brachten. Doch bald änderte sich das wieder. Am 12. war der hannoversche Oberst Otten mit den Bataillonen Alt-Zastrow(320), Jung-Zastrow(440), Post(300) und Scheither(441) = 1501 Mann, wahrscheinlich vom Korps des Generals Hardenberg in Westfalen, eingetroffen und hatte bei Nieder-Vellmar Lager bezogen. Nun konnten die Belagerungsarbeiten rascheren Fortgang nehmen, trotz der Schwierigkeiten, die auf der Höhe des Môncheberges der felsige Boden, an der Ahne und Fulda das auftretende Grundwasser entgegenstellte. In die Batterie am Belvedère brachte man in der Nacht vom 12. zum 13. 2 50 pfündige Mörser; östlich der Möncheberger Strasse(am jetzigen Train-Depot) wurden 2 100 pfündige und 2 50 pfündige Mörser in Batterie gebracht, davor 2 Vierundzwanzig- pfünder, welche die Uberlegenheit des feindlichen Geschützfeuers einigermassen wettmachten. Nachdem inzwischen das Wasser der Fulda gefallen war, liess Graf Wilhelm auf seinem linken Flügel an der Fulda(zu beiden Seiten des Franzgrabens in der Richtung des Ostrings) die Parallele eröffnen und mehrere Werke an- legen, von denen eine Batterie für 4 Vierund- zwanzigpfünder vor dem Köhlerschen Garten (zwischen dem Franzgraben und der Fulda) das wichtigste war, in welches in der Nacht vom 18. zum 19. die Geschütze eingefahren wurden. Eine zweite weiter vorgeschobene Batterie(auf dem Schützenplatze) wurde in der Nacht vom 20. zum 21. mit 2 50 pfündigen Mörsern und


