Leibregiment, 2 Prüschenk); an leichten Truppen blieben ihm die hannöverschen Jäger zu Fuss und zu Pferde, 400 Scharfschützen, I Schwadron hessischer Husaren und einige hundert hessische Jäger. Er sollte sich so nahe am Feinde halten als möõglich, ohne sich mit ihm in ein Gefecht einzulassen; würde er von überlegenen Kräften gedrängt, so sollte er sich an der Weser abwärts nach Hameln zurück- ziehen. Da aber ein solches Drängen nicht er-— folgte, ging er am 3. November wieder bis Gôttingen vor; hier nahm er sein Hauptquartier, die Truppen bezogen Kantonnierungen in der Stadt und ihrer Umgebung. Leichte Truppen und Reiter streiften bis an die Weser und Werra, namentlich gegen Münden, Witzen-
hausen und Arnstein, um den Feind zu be-
obachten.
Soubise war dem Obergschen Korps nach dem Treffen von Lutternberg langsam nachge- rückt und erreichte erst am 18. Volkerode und Dransfeld südlich von Gôttingen. Chevert hatte sich schon am 12. von ihm getrennt, um zur Hauptarmee Contades' zurückzukehren. Auf sich selbst angewiesen, verfiel Soubise sofort wieder in seine frühere Unthätigkeit und Schlaff- heit; er dachte gar nicht daran, seine Uber- macht gegen das kleine Isenburgsche Korps irgendwie zur Geltung zu bringen und tiefer ins Hannversche einzudringen. Dieses zôgernde Verhalten entsprach auch ganz und gar den Ansichten und Meinungen des französischen Kriegsministers Belle-Isle. Dieser wünschte keinen neuen Einfall in Hannover, sondern eine Aufstellung an der Diemel, um Contades näher zu sein, vor allen Dingen aber Ruhe für die Truppen, damit man im näechsten Feldzuge überhaupt eine kampffähige Armee ins Feld stellen könne.
Diese Weisungen des Kriegsministers er- reichten Soubise gleichzeitig mit seiner Er- nennung zum Marschall am 24. Oktober; schon am 21. war er indes über die Werra zurück- gegangen und hatte links der Fulda bei Hohen-
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kirchen, Mönchehof und Wilhelmsthal ein Lager bezogen. Eine starke Abteilung stand bei West- uffeln, die Vortruppen an der Diemel entlang bei Warburg und Stadtberge; einzelne Abteilungen wurden bis in die Gegend von Lippstadt und Paderborn vorgetrieben. Am 25. hielt Soubise seinen feierlichen Einzug in Cassel als»Ma— réchal de Francec.
Auf dem rechten Ufer der Werra war nur das Fischersche Freikorps zurückgeblieben, um Kontributionen einzutreiben. Die vor- erwähnten Streifzüge der leichten Isenburgschen Truppen in diese Gegend störten den Obersten Fischer in dieser Beschäftigung; ihn zu unter- stützen sandte Soubise den General-Lieutenant de Crillon mit je 2 Brigaden Fussvolk und Reiterei nach dieser Richtung und gab ihm zu- gleich den Befehl, die Fourage aus dieser Gegend zusammenzutreiben und hinter die Armee zu bringen. Am 14. November verjagte Oberst- Lieutenant v. Schlotheim eine französische Ab- teilung aus Witzenhausen und besetzte dieses Städtchen mit 200 Kommandierten vom Fuss- volk, 60 Reitern, 100 Scharfschützen, den hes- sischen Husaren und Jägern und den han-— növerschen berittenen Jägern des Majors Fried- richs. Am 16. wies diese Abteilung 300 Fran- zosen zurück, welche gegen den Ort vordrangen; sie räumte aber denselben noch am Nachmittage, als der Feind bis auf 700 Mann verstärkt zum zweiten Male anrückte, und ging wieder auf das rechte Ufer der Werra hinüber.
Crillon legte nun seine Truppen längs des linken Ufers dieses Flusses in Standquartiere und entsandte 2 Grenadier-Kompagnien des Regimentes Lôwendahl, um zur Sicherung der- selben das feste Schloss Spangenberg wegzu- nehmen. Dieses, auf einem kegelförmigen Berge gelegen, besitzt zum Teil in den Felsen gehauene Werke, von doppelten Gräben, deren einer über o'm tief ist, umgeben. Die Besatzung zählte nur 42 Invaliden, obgleich Raum und Waffen für 300 Mann vorhanden waren, und wurde von einem alten Obersten


