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[2.] (1896) I. Die Kämpfe an der Mündener Strasse im Jahre 1758 (Schluss). II. Die Ereignisse der Jahre 1759 und 1760
Entstehung
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eigenen Fussvolkes teilweise niederreitend, auf den linken Flügel der vordringenden ver- bündeten Linie, denselben mit Umklammerung und Rückenangriff bedrohend. Nun machten die beiden Bataillone Canitz und Isenburg, die zunächst bedroht waren, auf einmal kehrt. Wahrscheinlich wollten sie der Überflügelung durch rasche Bildung eines neuen Hakens ent- gehen; sie wurden aber bei dieser in Unordnung ausgeführten Schwenkung von der feindlichen Reiterei ereilt, zersprengt und von den übrigen Bataillonen getrennt. Jedes Bataillon verlor eine Fahne; von Canitz warf sogar eine Anzahl Leute(wahrscheinlich jüngst zur Ausfüllung der Lücken vom 23. Juli eingestellte Rekruten) die Waffen weg, und die Flucht wurde allgemein. Nun kam die KReiterei der Verbündeten ihrem bedrängten Fussvolke zu Hülfe; sie war dem Vorgehen desselben, wie man ersehen kann, nicht gefolgt, sondern weiter rückwärts halten geblieben; ihr nunmehriger Angriff hatte gegen die feindliche Ubermacht keinen Erfolg. Nament- lich das Dragoner-Regiment Bock hielt sich schlecht und erlitt ansehnlichen Verlust; die hannõverschen Jäger zu Pferde und die tapfer fechtenden 2 Schwadronen Prüschenk ver- mochten das Geschick nicht zu wenden, eine rechts herbeieilende Schwadron Prinz Friedrich Dragoner(von der Abteilung Post), die gegen die Flanke des Feindes einsetzte, scheint zuerst einigen Erfolg gehabt zu haben, musste aber auch der UÜberzahl weichen*). Während die geworfene verbündete Reiterei sich weiter rückwärts wieder zu sammeln suchte, richtete die französische ihre Angriffe auf die Bataillone, welche durch die Flucht der Hessen entblösst waren. Die hannòverschen Füsiliere aus dem äussersten linken Flügel wurden von dem Regimente Chartres von vorn und von der Seite aufs heftigste angegriffen,

Von

*) In diesem Reitergefechte wurde sowohl der Marquis de Voyer, der Führer der General von Zastrow schwer verwundet; fangen in die Hände der Sieger.

französischen Reiter, als auch letzterer fiel ge-

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hielten sich jedoch ausserordentlich wacker. Wohl drangen die Reiter an mehreren Stellen in das Bataillon ein und fügten demselben herbe Verluste zu; aber es blieb gesammelt, niemand floh, und da sie den Reitern, die Kürasse trugen, mit dem Bajonett wenig anhaben konnten, so stachen sie die Pferde tot und machten den gestürzten Reitern mit Kolbenschlägen den Garaus. So erkämpfte sich das Bataillon, ohne irgend ein Feldzeichen einzubüssen, den ehren- vollen Rückzug längs des Waldsaumes.

Andere Schwadronen warfen sich auf das (neugebildete) hannõversche Bataillon Marschall, das sie auch mit der grössten Standhaftigkeit empfing. Durch sein Gewehrfeuer und die treffliche Wirkung der beiden Bataillonsgeschütze wurde die feindliche Reiterei so in Achtung gehalten, dass nicht nur dieses Bataillon, sondern die ganze Linie die Möglichkeit fand, in leid- licher Ordnung zurückzugehen.

Unterdes hatten sich aber auch die sächs- ischen Bataillone, die durch den ersten Angriff der verbündeten Infanterie in arge Verwirrung geraten waren, wieder geordnet. Der sächsische Prinz Xaver, der sich unter dem Namen eines Grafen von der Lausitz bei dem Heere befand, führte sie selbst zum Sturm auf den grossen Staufenberg. Die hier noch stehenden 3 Bataillone (Wangenheim, Hanau und Diepenbroik) wie die rechts davon aufgestellten Bataillone Oberg und Post sahen sich von 12 Bataillonen in der Front angegriffen, während General v. Dyhern sie mit 3 Bataillonen links umging. Tapfer verteidigten sich die Angegriffenen, eine wohl- gezielte Salve warf die Sachsen zurück; ehe sie indes wieder geladen hatten, wurden sie von der Reiterei Cheverts, die vom linken Flügel her vorgedrungen war, angefallen und aus- einandergesprengt. So konnten die Sachsen aufs neue vorgehen und sich der Stellung am grossen Stauffenberge bemächtigen; dabei fielen ihnen die dort stehenden 5 schweren Geschütze in die Hände. Doch gelang es den geworfenen Bataillonen, sich bald etwas weiter rückwärts