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[2.] (1896) I. Die Kämpfe an der Mündener Strasse im Jahre 1758 (Schluss). II. Die Ereignisse der Jahre 1759 und 1760
Entstehung
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lonen und 4 Schwadronen in dem Walde west- lich Sichelstein sich aufstellte.

So hatte nun Oberg seine Stellung wesent- lich verändert. Sie bildete jetzt einen Halb- kreis, der nicht weit von Speele an der Fulda begann, sich von hier nach Osten zog, um dann gegenüber von Sichelstein nach Norden umzu- biegen, und links sich an den Mündener Stadt- forst anlehnte. Durch Gründe und Waldungen war diese Stellung in fünf Abschnitte zerlegt, deren Besatzungen jede auf sich selbst angewiesen waren, und da das zweite Treffen zur Neu- bildung des linken Flügels verbraucht war, jedes Rückhaltes entbehrten.

Die Truppen Obergs waren in dieser aus- gedehnten Stellung(etwa 8 km Frontlänge) folgendermassen verteilt. In den Waldungen am Abhange des Jeckelsberg bis zum Fulda- ufer oberhalb Speele hatten sich hessische Fuss- jäger eingenistet; auf dem Jeckelsberge standen Bataillone Block und Jung-Zastrow, dahinter 4 Schwadronen Busch Dragoner und 2 Schwad- ronen Reden(alles Hannoveraner). Den zweiten Abschnitt, die Steinbreite, hielten die Bataillone Linstow und Bückeburg besetzt, dahinter die 2 Schwadronen des hessischen Leibregiments. Nuf der östlichen Seite der grossen Strasse bis zur Wellebach zwischen Lutternberg und dem Bruchhofe waren die 4 Bataillone Fürstenberg, Toll, Erbprinz und Zastrow(Braunschweig), hinter ihnen, unweit des kleinen Staufenberges, 2 Schwadronen Prinz Friedrich Dragoner auf- gestellt. Die vierte Gruppe zwischen der Welle- bach und Sichelstein, im Haidestrauch gegen- über Benterode, bildeten die 2 Bataillone Post und Oberg; hinter dem Walde hielten 2 Schwa- dronen Prinz Friedrich Dragoner und 2 Schwa- dronen Prinz Wilhelm von Hessen. Der linke Flügel unter General v. Zastrow hatte den grossen Staufenberg besetzt und erstreckte sich bis zur Quelle der Steinbach am Rinderstall. Er bestand aus den Bataillonen Diepenbroik, Hanau, Wangenheim, Marschall, Isenburg und Canitz. Daneben hielten 4 Schwadronen Bock

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Dragoner und 2 Schwadronen hannöverscher Jäger zu Pferde, mit 2 Schwadronen Prüschenk als Rückhalt; links von dieser Reiterei standen die hannôverschen Füsiliere. Der Rand des Mündener Stadtwaldes war von hannôverschen Fussjägern besetzt. Auf dem grossen Staufen- berge war eine Batterie von 5 Sechspfündern, auf dem kleinen Staufenberge eine solche von 4 Zwölfpfündern errichtet worden; sonst ver- fügte man nur über die Bataillonsgeschütze.

Von dem Eintreffen Soubise's bei Land- wehrhagen und dem beginnenden Aufmarsche in Kenntnis gesetzt, nahm Chevert seine Be- wegung zur Umgehung des linken Flügels der Verbündeten wieder auf, ohne in das Gefecht zwischen Zastrow und Chabot sich verwickeln zu lassen. Er sollte nicht bei Sichelstein, sondern weiter ausholend, nördlich dieses Ortes angreifen, während der Herzog von Fitz-James bei Bente- rode und Bruchhof die sumpfige Niederung der Wellebach überschreiten und die zwischen Sichel- stein und dem kleinen Staufenberge stehenden Truppenteile der Verbündeten vertreiben sollte. Sobald er den Waldrand erreicht hätte, wollte Soubise selbst mit dem Reste seines Heeres gegen die Front Obergs zum Angriffe vorrücken.

So trat Chevert etwa um 1⁄½ 11 seinen Rechtsabmarsch in 3 Heersäulen an; rechts vorwärts marschierten die 3 Freikorps. Jede der 3 Heersäulen nahm 10 Kompagnien Gre- nadiere(500 Mann) an die Spitze; die rechte bestand aus 6 französischen und 4 pfälzischen Bataillonen, die linke aus 12 sächsischen; die Artillerie unter Bedeckung von 3 sächsischen Bataillonen(eins an der Spitze, eins in der Mitte und eins am Ende) bildete die mittlere. Hinter jeder Heersäule folgten 6 Schwadronen. Der lichte Wald erlaubte es, die Marschordnung streng einzuhalten, und so konnte auch der Aufmarsch zum Angriffe, da der Feind sich nicht rührte, ohne jede Störung vollzogen werden. Den äussersten rechten Flügel, gegenüber den han- növerschen Fussjägern bildeten die 3 Freikorps,