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Wenn Düntzer an erster Stelle bemerkt:„Das Beiwort ging im Nom. nicht wohl in den Vers“, so staunt man nicht wenig über eine solche Behauptung. Warum hätte es dem Dichter denn nieht freigestanden zu sagen:
II¹ο½ Ghozp de TovID d,⁴αααον ναάα‿ ⁶ιν σάσᷣννεεν... 8νοσσ,Qιν und HMiov ανα ἀo 18 Trο⁴mι⁵ο σοιᷣ§‿ͥᷣeονοα an der anderen Stelle? f) Nicht anders endlich mit der zuletzt noch übrigen Apostrophe 0 582: G2 nl doi, MeAdvνmσμε, 9699 fwriaoxos svsναονινς.
Wenn Düntzer hier anmerkt zu 584(o*):„Der Dichter läfst, wie ähnlich beim metrisch gleichen Namen des Menelaos, die durch das Metrum veranlafste Anrede des Melanippos fallen; vgl. II 787 ff., P 679 fl., 702 ff.“ so ist die eine Kurzsichtigkeit noch schlimmer als die andere. Einmal geht ja das d gar nicht auf den angeredeten Melanippos, sondern notwendig auf Avridoxos; dann aber ist für das Metrum jeder Kasus von Meldwomnog gleich brauchbar. Wie leicht war also die Anrede zu beseitigen, etwa:
ᷣ 6 19 παιςας εϑοοσι ⁴wiiloxos MeAνiπνκ oder ς ενοο uridoν επε mπμιυιμιν Melinn.
Vgl. 64, 295, 322, 5 281 und 0 576.—
Unsere Musterung sämtlicher Stellen, an denen Homer die Anredeform gebraucht hat, ist beendigt. Sie hat ergeben, daſs von„metrischer Not“ überall nicht die Rede sein kann.
Es würde zu weit führen, wollte ich dasselbe in gleicher Weise auch bei den andern Epikern nachweisen, die dem Beispiele Homers gefolgt sind, von Vergil bis auf Goethe, der am Ende des VI. Gesanges von„Hermann und Dorothea“ bekanntlich auch zweimal von dieser Figur Gebrauch macht:
„Aber Du zaudertest noch, vorsichtiger Nachbar, und sagtest“. „Aber Du lächeltest drauf, verständiger Pfarrer, und sagtest“.
A. W. von Schlegel(Werke, 11. Teil S. 210) bemerkt dazu:„Jene Figur, daſs der Dichter die Person, die er redend einführt ¹³), selbst anredet, welche im Griechischen bei einigen Namen die Bequemlichkeit des Versbaues mag veranlafst haben“,— dals diese Vermutung nicht zutreffend sei, haben wir oben gesehen—„ist hier ein paarmal zu einer etwas drolligen Wirkung benutzt“.— Gewils,„die drollige Wirkung“ ist an der ersten Stelle(nicht an der zweiten) vorhanden; auch wird sie herbeigeführt durch die Apostrophe, aber nur mittelbar; unmittelbar bewirkt nämlich die Anrede lediglich die lebhafte Vergegenwärtigung der betr. Person. Indem uns aber so die an sich schon etwas komische Figur des Apothekers in einer komischen Situation vor Augen gestellt wird, ist die drollige Wirkung gegeben. An der zweiten Stelle hin- gegen ist dem Charakter des verständigen Pfarrers entsprechend nichts„Drolliges“ mehr zu verspüren.
13) Diese Definition der epischen Apostrophe ist, wie aus obigen Beispielen erhellt, zu enge. Sie pafst nur auf Fälle, wie der vorliegende ist, oder wie der Übergangsvers mit dem Namen des Eumaios und des Patroklos.
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