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2 (1893)
Entstehung
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an die Stelle hätte treten können.Des Verses wegen soll E 311 der Potentialis(der Gegen- wart) anstatt des regelrechten Irrealis gesetzt sein, obwohl es ein Leichtes wäre letzteren an die Stelle zu setzen ²).Nur aus Versnot soll Q 569 16 σακ,7ον, 000 τ⁶ςν εννι νκμοεmνμοσυν εdoο,die Verlängerung der kurzen Silbe erklärlich sein, obwohl auch in der trithemimeris die Längung der Kürze durch die Kraft der Arsis etwas ganz Gewöhnliches ist(vgl. K 7, N 558, 0 478(0), X 238, 0h 351, X 198, 602, Q 569, 573, 736).

lch verstehe es, wenn man vonmetrisch bequemen Wortbildungen und von einem metrisch bequemen Reichtum an Formen(z. B. oduπ⁴e]oe= 0drςᷣ 001) spricht; auch von metrischer Not odermetrischem Bedürfnis mag man reden, wenn der Dichter in Wörtern wie ασα̈νααοο, deπαοωνενεαάι, dνοdααςνε, Zeoin, uyréges etc., auf die er sonst gänzlich verzichten müſste, von drei auf einander folgenden kurzen Silben die erste lang gebraucht); aber wenn man allenthalben metrische Not vorschützt und daraus alles Mögliche erklären zu sollen vermeint, so thut man dem Dichter Unrecht und beweist einen hohen Grad von Kurzsichtigkeit.

lch füge zu den obigen Beispielen noch einige andere hinzu, wo Duntzer, der so gern dieses Steckenpferd reitet, ganz unbefugterweise von einer Notlage des Dichters redet, die gar nicht vorhanden ist.

1. Zu Ilias 259

2 Ndús, αννέα ϑeι⁶ν, α̈νορσσ bemerkt derselbe:Soooe ist sehr frei aus metrischer Not verschoben). Er sieht also nicht, daſs durch bloſse Umstellung ein tadelloser Vers sich bilden lieſse: 21 1 80σ, dενν σιηυπνέα νυα ἀ‿νοσανν 2. Zu 0 252 εꝓω Sdναυων᷑ͥ wενανα u§ϑν did N⁴ασ£‿sĩmLm¶Mot, Srel iaονν μον!1γμιτο

heiſst es:Gleuν hier mit Längung des a aus metrischer Not etc. Aber vonmetrischer Not

2) Auch v. 388 lag es nahe zu sagen: zal vu zsy By da A᷑Ner. ADPNIs dro⁵ mobéoto, und warum könnte es P 70 nicht heiſsen: Evèa ze peia Hνπααεν(statt ενο) Norà reoJea etc.? Ebenso wie für den Irrealis tritt auch für den formell damit zusammenfallenden Potentialis der Vergangenheit sehr gewöhnlich der Potentialis der Gegenwart ein. Vgl. A 232; P 220, 223, 392; A 223, 429, 539; E 85; M 58, 448, 465, wo die Lesart schwankt; N 343; 0 697; P 366, 399 etc. etc. Es ist dieses ohne Zweifel so zu erklären, dafs der Dichter sich die Handlung lebhaft vergegenwärtigt, sich selbst gleichsam dabei gegenwärtig denkt. Dieses zeigt eine Vergleichung des näm- lichen Vorkommens bei den latein. Dichtern. Vgl. z. B. Ovid. Metam. XI, 113 ff.:(Midas) demptum tenet arbore pomum: Hesperidas donasse putes; aber gleich darauf: Ille etiam liquidis palmas ubi laverat undis, unda fluens palmis Danaen eludere posset, und weiter(125 f.): Miscuerat puris auctorem muneris undis: fusile per rictus aurum fluitare videres. Umgekehrt kann auch der Potentialis der Vergangenheit für den der Gegenwart eintreten, wenn der Redende das Erzählte in die Vergangenheit rückt, sich nicht gegenwärtig denkt, z. B. 84 (=hätte verdienen können).

3) Vgl. über dieses Kapitel Düntzer in den Neuen Jahrb., Bd. 96, S. 354 76.

4) Aber der Dichter hat ähnliche Hyperbata auch sonst. Vgl. u. a. I 504, K 224, N 235, 9 152. Und vielleicht ist durch die Annahme eines solchen Z 500 von einer alten Verderbnis zu heilen: at piy kri T³α( Ezropa w olae.