Druckschrift 
1 (1891)
Entstehung
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* 7* V. daœrdο, dᷣœrε.

4 526 liest man: 0 vyAdo ιμαν πααααισαeνεμτιον ον αᷣπmασατmιν 050) dresνττον, ort en keᷣa⁵ ανrαeꝛνε̈ d. h.ein Versprechen von mir, das ich mit dem Nicken meines Hauptes gebe(besiegele), lälst sich nicht zurücknehmen, noch ist es betrüglich, noch kann es unerfüllt gelassen werden.

Es fällt auf, dals zwischen die beiden Verbal-Adjektiva, deren Bedeutung so klar und plastisch ist, als drittes Prädikat ein ganz heterogenes Adjektiv tritt, dessen Sinn viel weniger klar und bestimmt erscheint. Auch hat Homer die Form drατ⁷ s sonst nirgend, obwohl dreimal dxarijd =Falsches, Unwahres, Lug und Trug(S 127 und 157 dx. gàãεei, 288 dx. 2!6G*).

Da es zwischen dem völligenZur ücknehmen, Widerrufen, und dem einfachenUnerfüllt- lassen noch ein Mittleres gibt, nämlich das Versprechen nur halb und halb erfüllen, daran ändern und modeln, ab- und zuthun, so muſs das Wort wohl dieses besagen sollen. Und vergleicht man 347 ff.( 0 138 ff.):

raðra ò,& elocrν 210οεα,odx dv kywye

ã α oOks&la Oαμ mπαρασπ⁶ν ον πτo,

dalâ dεν εμα έεαπ ουν dμιο vuoriie,

10ν 0ddemν τοι εꝙρά τρμιινά 2νποσςσ 00 ‿ιαεοο, wo m. E. rgöra, wie zu dlda elxο, ebenso auch zu dem synonymen daar(= ausweichend umgehen) gehört, so wird dieses bestätigt, zugleich aber auch die Vermutung nahe gelegt, es sei für drαrndöv vielmehr axar ov(i. e. daran lälst sich nicht drehen und deuteln) zu schreiben.

Bestärkt wird man in dieser Vermutung durch Plato Krit. p. 49 E: x τεοον,& àv ris duo- TLoyiο 1ꝙꝑ% dixu dra, ouιτεοωνõeꝶ)/ απατσ*τεον,Ein an sich gerechtes Versprechen, das man jemand gegeben, muls man das halten oder darf man davon abgehen?

Die nähere Betrachtung der obigen Stelle der Odyssee regt aber weiter auch die Frage nach dem Etymon des Wortes äxdr) und daarãc an. Gegenüber den Versuchen, dasselbe von àεάν oder von daro, gdc abzuleiten(vgl. Ebeling lex. Hom.) hat die Deutung von A. Goebel Lexilogus I. S. 33 und 245 ff. etwas Verlockendes, der das Wort auf W. zurückführt(âä-π⁴ ‿τ aus à-*να‿ τ statt or ‿τ‿ν= zlmνπι έs) und als Grundbedeutungblauer Dunst. Schwindelei, Vorspiegelung annimmt.

Aber sollte nicht eine andere Deutung näher liegen und das Wort vielmehr auf dros, Pfad (Z 202, F 137, 4 119) zurückzuführen sein? Dann wäre dxdy ursprünglich einunbetretener Pfad und drardäcunbetretene Pfade einschlagen, Ausflüchte und Umschweife machen, in falsche Bahnen leiten, irre führen, sowohl intransitiv als transitiv(wvaæ und xe).

Das Bild vom Wege und dem Abbiegen von dem betretenen Pfade(der Wahrheit) schwebt dem Dichter der Odyssee an der obigen Stelle ganz deutlich vor, wie die Adverbia aoοes und αοσαηαιαοeν (i. e. nebenaus, seitwärtsbiegend, abweichend vom Wahren, etwa aus Mitleid oder Schonung, cf. v. 326) beweisen. Wenn also, wie ich annehme, hier drα‿eτmς mit odx av... AAJa lO⁴ε das Objekt raöra gemein hat und denselben Sinn in synonymer Wendung enthält, so ist die Grundvorstellung des

* Diese Herleitung findet sich schon im thesaurus graecae linguae des H. Stephanus.