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Formen aulser den gar nicht seltenen blols unkontrahierten auch die sog.„distrahierten“
bezw. assimilierten oder UÜbergangsformen zulieſs.
Während nämlich bei der gröſsten Mehrzahl der Wörter auf-a das a kurz ist, erscheint es bei einigen wenigen Stämmen regelmäſsig lang. Diese sind deεναα‿α 584), dοα-(0 317, 324, 333), „ Ga-(e 59, 6, S 468, 503), aMα⁵μαα-(u 95), Gemνροα‿(a 39, 106, 1 288, o 400, x 431, x 38), xetva(I' 25, II 758, X 162). Sollte es nun in anderen Stämmen wie d&ya-, peaa-,5 und unserem uevotwa- nach Belieben lang oder kurz gebraucht werden dürfen, wie der erste Vokal bei den sog. distrahierten Formen ydaονσνε,»ydααε oder göcw und oio für G⁴ν(—dos)?— Das wird wohl niemand zu behaupten wagen, und darum ist die Form aeyolvdov neben uevotvdo und Aενοιυναν (bezw. uevotvdet und-4) allerdings nicht zu gebrauchen; aber gegen eroıνe wäre in keiner Weise etwas einzuwenden. Weshalb man also die auffallende und singuläre Bildung deeiνεᷣν zu- lassen sollte, ist nicht abzusehen. 4
Ebenso wie die FHorm evolveov erregt aber auch die an unserer Stelle geforderte Bedeutung und die Konstruktion des Wortes gerechte Bedenken. Denn mag auch über die Bildung und Etymologie von deνocvdo sich streiten lassen,“ mag es auf W. ud, uev(ul᷑αα) zurückzuführen sein oder auf W. aa, Kaeꝝ=(manu) tractare, so ist doch soviel gewils, daſs es die von den Erklärern hier ihm bei- gelegte Bedeutung„überlegen, sich bedenken“(La Roche interpretiert„meditabantur, conabantur“¹!) nicht haben kann und sonst nirgends hat. Wenn Hesychius das Wort durch&oovrlgeiv, uεοιμναν, x0ο˙ urOHαα, 606yOHa erklärt, so zeigt eine nähere Prüfung sämtlicher Stellen der Ilias und Odyssee, an welchen es vorkommt, daſs dieses richtig sei.— Am qdeutlichsten tritt die ursprüngliche 4 Während sich z. B. nur dreimal Hdςα(bzw.-Aeεασ⁴α*) findet, ν 107, 0 4, v 317, kommen die kontra- hierten Formen oνιαμαα, 6rat, d9ãοæu etc. mindestens zweidutzendmal vor. Ebenso finden sich vorwiegend kontrahierte Formen oder lediglich solche bei den Stämmen d„απα, dνα,&lOυ³α, Aνοιυναά‿ ε᷑aᷣαα, vixa, veεεασα‿, v₰⁴μσαα ανσάα iνάαα υναάηα, τισωα, Teεᷣνx., T⁴ααf οπσαα, 0υναχα ocra- u. a.— Umgekehrt bleiben bei andern, wie dοι⁶αα dνννα‿ 2ααda-, va-, elνα‿ vlετaα‿‿ 11νε αᷣ, dac-, meist oder immer die ursprünglichen Vokale einfach unkontrahiert stehen. Und während bei wieder andern(α,„Oα-, d&œ‿‿, 22α‿, 1α‿f„ æεαα, 1oXx‿f l‿‿ιμα, ara-, xεοαα etc.) die kontrahierten und unkontrahierten bzw. distrahierten Formen sich ungefähr das Gleichgewicht halten, sind bei der weitaus gröfsten Mehrzahl nur oder fast nur distrahierte Formen überliefert(deυ, alria-, duαmσσά‿, dvrixf doxανα‿ Sεαf„æya-, deixœæνα˖, dοια, etc. etc.).— Dals der Grund für die Zusammenziehung oder Nichtzusammenziehung in den Quantitätsverhältnissen der einzelnen Wörter liegt, ist leicht zu ersehen; aber ebensowenig kann geleugnet werden, dals die Formenbildung der Sprache noch im Flufs war und so dem Sänger erlaubte, je nach Bedarf die eine oder die andere Form zu wählen. Die eine oder die andere? Hatte er nur die Wahl zwischen zweien, der ursprünglichen, unkontrahierten und der daraus zusammengezogenen, jüngsten Form, wie Wackernagel will, oder gab es zwischen beiden Endpunkten auch eine Mitte, einen Ubergang? Mulste er beispiels- weise entweder„odovreg oder„oνονse sagen? Oder gab es für ihn auch noch, wie Mangold und Curtius wollen, eine Ubergangsform„ree?— Das ist eben die Frage, welche m. E. keineswegs so endgültig entschieden
ist, dals Cauer überall die unkontrahierten Formen an Stelle der„distrahierten“ in den Text setzen durfte.
5 Vgl. v 374, 105 etc. mit 111, v 347 u. 390. Die an den drei letzten Stellen auch wohl gesetzten Formen„ε2οευν,„Org(bzw.„οιινντεας) erklärt Bekker Homer. Blätter I S. 46 für durchaus unsicher, während Ahrens u. a. hier die Formen von„e⁴οαι herstellen zu sollen glauben. Vgl. Doederlein Gloss. I 76.
s Vgl. Ebeling lexicon Homer. s. v. und Doederlein Homer. Glossar I 135. Letzterer leitet es ab von uενοιυν(bei Callimachus, vgl. à,εμιι) und führt es mittelbar zurück auf aeeseᷣxlνο,*μεμνενο,„leidenschaftlich begehren“ ( 543 Aενιέααν ϑε πν⁴ος dισ ⁴α⁵².
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