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1 (1891)
Entstehung
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Was zunächst die Form anlangt, so wird uns zugemutet, an dieser einen Stelle von dem gar nicht seltenen Verbum uενονα diese neuionische Bildung des Imperfektum anzunehmen. Homer kennt sonst nur folgende Formen: Meνοοιάυι 79, Meενοιυκπα(8 mal), 1ενοσνσα(5 mal), aeνοtrdg T 164, 4εꝓνινιυ 0 293, evyolva(3 mal), aufserdem vom aor. 1 ⁴Hμeενο⁵νυνσςιωπνε 36, uενονυνινοωνσ(oder joεl 8 248), Aενοσσν⁶G⁶¶ h☛ 101 und endlich Alεeνοιυm⁶ε 82, wo aber mit Aristarch vielmehr 4᷑νν1οα 2u lesen sein dürfte. Und da soll er einmal die Herodoteische Form 2εmνοεννεον gebraucht haben? Credat Judaeus Apella! Aber daſs Wackernagel und Cauer es glauben, ¹ mulſs uns füglich wunder nehmen. Denn wer wie diese an hundert anderen Stellen die Oberlieferung für nichts achtet undan Stelle der sog. distrahierten Formen(deααανααα, 6⁶ον, αναvro etc.) überall die ursprüng- lichen, offenen bezw. unkontrahierten Formen herzustellen verlangt(l. 1. S. 273), der darf doch wahrlich weder hier noch II 423(wreov) vor der Uberlieferung auf einmal so grofse Ehrfurcht haben, sondern muſs auch vreov in ſjvraov oder ſorov(trotz des Spondeus) und ebenso devolveov in ueεvolv ov oder deyoivv abzuändern kein Bedenken tragen. ²

Oder läge vielleicht doch ein Bedenken vor? Für die Form devolvov allerdings. Denn man mülste sonst, wie ein Blick auf die beiden nicht kontrahierten Formen N 79 und 7 164 lehrt(um von O 82 abzusehen), die miſsliche Behauptung aufstellen, das des Stammes könne nach Belieben lang oder kurz gebraucht werden.

Und hier ist m. E. ein wunder Punkt derneuen Erklärung der epischen Zerdehnung gegenüber der ansprechenden Theorie von Mangold. Nicht sowohl die Lautgruppe aw in vετ α etc. macht Schwierigkeit diese lieſse sich auf die Weise, wie Wackernagel es gethan, leicht erklären und durch die richtige Umschrift des alten 40 in aov beseitigens, sondern vielmehr die Quanti- tät des a. Wie ist es z. B. möglich, dals neben der zusammengezogenen Form dyένοε(e 129) wenige Verse vorher einmalydeoe mit langem(122) und hinwieder dydeοe mit kurzem Vokal (119) stehen kann?

Dafür sind Wackernagel und Cauer die Erklärung schuldig geblieben; hier aber scheint mir der Grund zu liegen, weshalb der umsichtige Aristarth neben den schon sehr häufigen kontrahierten

¹ Vgl. den Jahresbericht des philolog. Vereins in der Ztschr. f. Gymnasialwesen Bd. XXXIII S. 270, sowie Cauers Ausgabe der Odyssee(Leipzig 1886) Praef.§ 5.

² Wenn I. Bekker(Homer. Blätter I S. 51) meint, die Imperfekte ντεον, eενοενεον, ouoxxouev seien vielleicht nur aus der Abneigung gegen das unzusammengezogene αᷣ hervorgegangen, so klingt das seltsam gegenüber den überlieferten Formen 7⁴ονπο,&εeε‿ααοων πιαοων, eαάεoνdον, SAaoy, uadοντο( 550, II 352, 367, 436,* 6, 162). Die Form ouαονεααμνν(ν173) aber oder auch dαννεον(ϑ 360, 367, x 211) gehört nicht hierher; denn das Wort heiſst ollmαε. Eher liefse sich die nur 156 und 248 vorkommende Form 6.αlα in Frage stellen. Ebenso ist auch xoοεεμονντιαια 7 von dem richtig gebildeten Iterativum(vgl. Lobeck Rhem. 167) OTSOAtH herzuleiten und das B 461 stehende zοτπνντναι vielmehr in æeᷣrovrato oder xοαπσο νντεαι abzuändern. Letzteres wäre ja auch nur gleich- berechtigte Umschrift aus ON.

8 Vonlετ⁴ finden sich 25mal die unkontrahierten Formen, während die distrahierten, richtiger assimi- lierten nur 5mal im Fem. des Part. praes., vielleicht mit Unrecht, überliefert sind(B 648, I 387, Z 415, x 404, 9 574). Dazu kommen noch 5mal die iterativen Formen auf-äαoeνν. Neben vαεονασαι( 45, P 172) wäre es allerdings konsequent, auch im Part. überall die unkontrahierten Formen anzusetzen. Andernfalls aber würde mit Aristarch die Endung-6Gοαα, nicht-Aοασα hZzaus schreiben sein.