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3 (1899) Von den Mittelschulen
Entstehung
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21 48 Lehrstunden täglich erfodert werden. Jede Klasse hat ihren eigenen Lehrer, und also hat jeder derselben seinem Amte 4 Stunden hindurch des Tages öffentlich vorzustehen.

§ 324. Die 12 Lehrer sind folgender Massen in die vorhin beschriebenen Lehren einzu- theilen. 1 Lehrer zur Lehre des Christenthumes, der Sittlichkeit und der bürgerlichen Tugenden. 1 Lehrer zur Deutschen Sprache und den schönen Wissenschaften. 2 Lehrer zur lateinischen und griechischen Sprache. 2 Lehrer zur französischen Sprache- 2 Lehrer zur Erdbeschreibung und allgemeinen Geschichte. 2 Lehrer zu den mathematischen Wissenschaften und dem dazu erfoderlichen Zeichnen. 1 Lehrer zur Land- und Stadtwirtschaft, und Handlungswissenschaft. 1 Lehrer zum kurzen sistematischen Entwurfe aller Wissenschaften; welcher noch für die Lehren der Vaterlandsgeschichte be- stimmt werden kann.

§ 225. Hiernach werden die gedachten 6 Jahre in 12 Theile oder Schul-Cursen ge- theilet, deren jeder in folgenden Disciplinen besteht. I. Vom 12ten Jahre des Alters bis ½ 13. Christentum nach Anleitüng des grossen Katechismus nebst den Bürgerlichen Tugenden und Pfl chten. Deutsche Grammatik, Lateinisch Memoriren, die leichtesten Schriftsteller lesen. In das Deutsche übersetzen, lateinisch sprechen. Vorbereitung zu der Geographie, nebst einiger Erklärung des Globus, soviel davon ein Schüler ohne Mathematischen Unterricht begreifen kann. Geschichte des alten Testaments. Rechnen. Fortsetzung des in der Realschule angefangenen Zeichnens. Anfang der Naturlehre mit Experimenten.

II. Von ⁄13 bis 13. Christentum wie vorhin. Deutsche Grammatik. Latein Memoriren. Die leichtesten Authoren lesen. In das deutsche übersetzen. Latein sprechen. Anfang der Geo- graphie mit den allgemeinen Eintheilungen. Geschichte des alten Testamentes. Rechnen. Fortgesetztes Zeichnen. Naturlehre mit Experimenten.

III. Von 13 bis 14. Christentum wie vorhin. Deutsche Grammatik. Deutsche Briefe und andere kleine Aufsätze. Latein memoriren. Lateinische Schriftsteller lesen. In das Deutsche übersetzen. Lateinisch reden. Special-Geographie. Geschichte der alten Völker. Geometrie. Naturlehre mit Experimenten.

IV. Von ½ 14 bis 14. Christentum wie vorhin. Deutsche Grammatik. Deutsche Briefe und andere kleine Aufsätze. Latein memoriren. Etwas schwere authores classicos lesen. Ins Deutsche übersetzen. Latein reden. Special-Geographie. Geschichte der alten Völker. Geometrie. Naturlehre mit Experimenten.

V. Von 14 bis ½ 15 Christentum wie vorhin. Lateinische Grammatik. Schwerere Schrilt- steller in das Deutsche, und dieses wieder ins Latein übersetzen. Sich im Latein reden üben. Neue Testament. Mechanik. Landwirtschaft.

VI. Von ½ 15 bis 15. Christentum wie vorhin. Lateinische Grammatik. Schwerere authores classicos in das Deutsche übersetzen. Sich im Latein reden üben. Deutsch in Latein über- setzen. Französisch memoriren. Leichteste französische Schriftsteller lesen. In das Deutsche übersetzen. französisch reden. Neue Testament. Mechanik. Stadtwirtschaft.

VII. Von 15 bis ½ 16. Christentum wie vorhin. Lateinische Grammatik. Schwere authores lesen; in das Deutsch übersetzen u. vice versa. Lateinsprechen. Lateinische Briefe schreiben, und eigene Aufsätze machen. Französisch memoriren. Französische Schriftsteller lesen, übersetzen, sprechen. Weltliche Geschichte nach Christi Geburt. Optik. Phylosophische Anmerkungen bei Lesung der Autoren. Handlungswissenschaft.

VIII. Von ⁄½ 16 bis 16. Christentum wie vorhin. Lateinische Grammatik. Schwerste authores

lesen; in das Deutsche übersetzen. Lateinische Gespräche. Lateinische Briefe schreiben,

Zahl der Lehrer.

Die Klassen und deren Unterricht.