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Konsonanten angeben:„l. wie er ausgesprochen wird; 2. wo er ausgesprochen oder ver- schwiegen wird.“
Mauvillon(1754), der die Anwendung von Transkriptionen zur Verdeutlichung einer fremden Aussprache für unzureichend hält, sieht dagegen in den Beschreibungen der Hervor- bringung der Laute ein vorzügliches Hilfsmittel für den Ausspracheunterricht: J'ajoute encore qu'on beut faciliter la brononciation en décrivant en dötail les divers mouvemens de la langue et des léèvres; et αest αe que fe me propose de faire, non pas pour ceux de ma nation, comme le Philosophe de Moliere;¹) mais pour les Etrangers, dont la plüpart ne prononcent mal plusieurs de nos voyelles et de nos consonnes, que par les fauæ mouvemens gqu'ils font faire à ces organes.(S. 4) ²).
Kilg(1783) bemerkt(S. 122) zunächst allgemein über die Ausprache: Elle consiste en des sons formés de l air gui séchape des poumons, et articulés à leur passage par les divers mouvemens et Situations de la langue, du gosier, du palais, des lévres et des dents. Die Laute teilt er(S. 132) ihrer Hervorbringung nach ein und erklärt kurz, wo sie gebildet werden. Zu p und 5 bemerkt er z. B.: Des levres plus ou moins serrées ensemble. Dann folgt m: Comme b, mais moitié du nes. Dann f, ph, v: De la levre inférieure contre les dents supérieures.— s, c,&, z: Des dents de devant.— ch, j, g: Du large des dents.— t, d: Du dbout de la langue contre les dents de devant.— n: comme d, mais moitis du nes.— l: Du bout de la langue contre le palais vers les dents.— r: comme l, mais dure et la langue tremblante.— q, c(k), g: Du dos de la langue contre le palais vers le gosier.— h: Elle est ou forte, sortant avec force de la Hoitrine pan le gosier, ou muette.— gn: Du dos de la langue contre les dents, mais moilié du nes.
Während Kilg, wie die Beispiele zeigen, von dieser beschreibenden Methode ausgiebig Ge- brauch macht, bedient sich Demengeon(1791) ihrer nur gelegentlich einmal, nämlich für die stimmhafte breite Spirans(z. B. juger), S. 58:„Um den gehõrigen Laut zu treffen, darf man es nur mit zurückgehaltener Zunge und ohne die Lippen zu bewegen aussprechen.“ Ueberhaupt machen viele der in diesem Kapitel genannten Grammatiker nur gelegentlich einmal, bei be- stimmten Lauten, von diesem Verfahren Gebrauch. So z. B. auch Schlett(1799), der(S. 13) nur über die nasale Aussprache bemerkt:„Es kömmt nämlich der Laut nicht offen zum Munde heraus, sondern er stößt sich ober dem Munde ab, und die Consonanten a und n werden gar nicht gehört.“ Außer auf die Vokale wird die die Lautentstehung beschreibende Methode von den Grammatikern besonders auf die Nasale, die stimmhafte breite Spirans und den Unterschied von Mediae und Tenues angewandt. Für alle Laute dagegen bedienen sich dieses Verfahrens schon Palsgrave und Beza und vor allem dann im 18. Jahrhundert Fuchs, Kilg, Mey, Chastel, Daulnoy u. a.
Auf die Hervorbringung der Nasallaute macht Chastel(1792) in seinem Essat d'une Grammaire achevée(S. XXI) aufmerksam:„Die voyelles nazales werden auf viererley Arten ausge- sprochen,s) alle vier mit offener Kehle, und mit vier verschiedenen Aufsperrungen des Mundes, indem sich die Kinnbacken mehr oder weniger auseinandergeben. Die vier Töne lauten un- gefähr wie ang, eng, ong, öng.“ Und S. XXII fügt er hinzu:„Bey der Aussprache der Nasensylben darf weder der Gaumen noch die Lippen anstoßen, und die Luftröhre in dem hintersten Munde muß offen bleiben.“ In seinem Traité methodique de la bonne prononciation et de lorthographe
¹) Vgl. Molière, Ze Bourgeois gentilhomme II, 6, wo man eine ganze Reihe solcher Lautbeschreibungen findet. ²) Beispiele derartiger Beschreibungen bei Mauvillon(1754), S. 56 ff.
3) z. B. fambe, aimant, vin, bon, un.


