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T. 1 (1915)
Entstehung
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nuntient.*). Der Lautem werde in gewissen Stellungen wie n ausgesprochen: ita videlicet ut non modo labia non occludantur, sed etiam linguae mucro dentium radicem non feriat(S. 30). Und n müsse gesprochen werden(S. 32): mucrone videlicet linguae miniméè illiso Superiorum dentium radici.²) Beza scheint aber auch schon erkannt zu haben, daß jedes Volk seine eigene Artikulationsweise hat. Eine Hauptschwierigkeit für die Ausspracheerlernung erblickt er nâmlich darin, quòd unaguaegue gens in natiuo Suo idiomate peculiare guiddam obseruet, ad cuius normam qum peregrinas etiäã linguas vitiosè inflectit, ita fit ut Cermani Germanicè, Angli Anglic, Franci Erancicé, Lalinas voces enuntient tam varié, ut erudite quidem aures, quarum Sueerbissimum est fadicium, grauiter lfendantur: vulgus autem imperitum totidem linguas audire sibi merito vicleatur.

Von den Grammatikern des 17. Jahrhunderts nennen wir: Cachedenier, Du Val, Bernhard 3), Knobloch, Mey und DPielat, der teilweise recht gute Beschreibungen über die Hervorbringung der Laute gegeben hat.

In Cachedenier's Introductio(1601) heißt es z. B. S. 2: clarée et sonore effertur, id est, aperto ore, lingua videlicel ad palati radices ita reducta, ut non feriat dentes. Oder über das 5 sagt der Verfasser S. 10: Hec onsonans oris labiorum compressis intus mutit, estgue plenioris et durioris soni quäm p. Beide Laute würden von den Deutschen leicht durcheinander geworfen. Ueber die Hervorbringung des heißt es S. 12: Haec litera molaribus super lingua extrema apbulsis intimague lingua ante palati fastigium percussa, exprimitur.

Du Val(1604) schreibt z. B. S. 8 vor: C. Se prononce les leures ouuertes, du bout de la langue contre les dents, tellement gu'il en a un son plus obtus et moins discerné, tirant sur la con- sonnante§)j. Oder über d sagt er: D. est en cela conforme au b, gu'il ne change point de pronon- ciation, toujours fraphé du bout de la langue contre le rang des dents hautes(S. 11).

Bei einer ganzen Reihe von Lauten macht Mey(1669) Bemerkungen über ihre Hervor- bringung. Allerdings sind seine Beschreibungen über die physiologischen Vorgänge bei der Lauterzeugung selbst im Vergleich zu den oben genannten früheren derartigen Versuchen recht unbeholfen, so wenn er z. B. zu Anfang seiner Grammatik sagt:Die Frantzösischen Buchstaben werden wie auf Teutsch gesprochen, ausgenommen: ia, ie, ii, io, io, ge, gi, werden wie/ sch/ mit Stimm gesprochen. Die Stimm ist nur eine Auswerffung aus dem Magen, so einen Schall hat. Ohne Stimm aber ist/ wenn man nur bläset/ ohne Schall. Oder es heißt bei ihm:é, es, er am ende wie langes e, aber mit lachendem Mund. Oder:ai, ei, eck, el, ets, oient wie ein langes e, aber mit eröffneten Zähnen.u wie 2, mit geschlossenen Leftzen und ill werde wie ilimit der Zunge halb am gaumen gehalten gesprochen.

Auch im 18. Jahrhundert findet das Verfahren, die Laute und ihre Hervorbringung zu be- schreiben, eine ganze Reihe von Anhängern. Fr. Roux sagt S. 9 seines Wvum lumen(1711): Sonus duarum Literarum B et D per labiorum compressionem formatur et discernitur. P cum duriori interioris labiorum bartis compressione, B autem exteriorem saltem labiorum partem leniter compri- mendo effertur5³). Fuchs(1739), der sich an Roux anschließt, will in seinem Unterricht bei jedem

¹) Zitiert von Ellis a. a. O. III, 820 und Lange a. a. O. 19.

²) Vgl. Ellis a. a. O. III, 826 und Lange a. a. O. 31.

3) Vgl. S. 15, Anm. 8 dieser Abhandlung.

4) Er umschreibt deshalb auch Wörter wie Zacçon, deca mit Fason, desa.

³) Auch in seinemKurzen Besrile(1765), S. 63 ff. finden sich Beschreibungen der Lippenstellung u. dgl.