II. Die Mittel zur Erlernung der französischen Aussprache.
1. Anknüpfen an bekannte Laute.
Die Mittel, deren man sich bei der Anleitung zur französischen Aussprache bediente, sind verschiedene. Am nächsten lag es, daß man, wie man ganz allgemein an die deutsche Mutter-— sprache oder an die den Schülern früher fast ebenso bekannte lateinische Sprache anknüpfte, ebenso auch bei der Aussprache von den dem Lernenden geläufigen Lauten der deutschen oder lateinischen Sprache ausging. Da dieses allerdings sehr primitive Verfahren vielen Grammatikern mit Recht nicht als genügend erschien, bedienten sich die meisten, wie wir später sehen werden, gleichzeitig noch anderer Hülfsmittel.
Schon Palsgrave(1530), der für Engländer schreibt, vergleicht die französischen Laute mit englischen(und italienischen). So sagt er z. B.: E in Uhe french long hath thre dyverse Sotemdes, for somtyme they sowmde Eym lyke as we do in our tonge in these words, a beere, a beest a peere, a beene and suche lyke.... The socomndyng of e, zohiche is most generally epte with them, is suche as we gyve to e in our tong in these wordes aboue rehersed, that is to say, lyte as the ltalianes sounde e, or they with vs that pronounce the latine tonge aright.¹) Und an einer anderen Stelle schließt er seine Erklärungen mit den Worten: So that, for the most generalte, the frenche men sounde all theyr fyue vowelles lyke as the Italiens do, except onely theyr v, whiche euen so often as they vse for a vowel alone, hath with them suche a sounde as we gyue Tthis diphthong ew, in our tong in these wordes rewe an herbe, a mewe for a hacoke, a clewe r threde.²) Auch macht Palsgrave auf einen allgemeinen Unterschied zwischen der französischen und englischen Aus- sprache aufmerksam, nämlich, daß zu seiner Zeit das e am Ende der Wörter im Französischen gesprochen wurde, was im Englischen damals nicht mehr der Fall war).
y Ellis a. a. O. I, 77.
²) Ellis a. a. O. III, 818.— Eine Reihe von Beispielen aus Palsgrave in deutscher Uebersetzung bei Lütgenau a. a. O. 9, 16, 24, 36, 42, 43, 64. Desgl. bei Lange a. a. O. 19, 21. 4 3) Vgl das Zitat bei Lange a. a. O. 27.— Dieselbe Bemerkung schon im Lambeth-Fragment(1528), was Lange
nicht bemerkt; es heißt da: Sur toultes choses doibuit noter gentz Englois, guil leur fault acustemern de Hronucer la derniere lettre du mot fräcois, guelg; mot gue ce soit(rime æxceptee) ce gue la lan gue englesche ne Hermet.
Ellis a. a. O. III, 815.


