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zum Vorbild nehmen. Hauptsächlich müsse die Aussprache natürlich sein, douce et naturelle, ohne affeclation und ferner: Elle doit aussi estre õgale en son accent, sans elever m rabaisser le ton, sur les Syllabes des dernieres paroles, et sans faire toüjfours retourner, la mesmée cadence, comme si lon chantoit à demy.... Le ton de la parole, ne se varie gue selon la diversité des passions gue la voi exprime: et sur la fin des Interrogations.
Aehnlich sagt J. Meyer(1683), der sich sehr ausführlich mit der Aussprache beschäftigt und großen Wert darauf legt:„Man bemühe sich alles fein lieblich und naturelt ohne affectirung einer weibischen Zärtlichkeit und bäurischen Grobheit auszusprechen.:¹)
Collmard(1688) wendet der Aussprache seine besondere Sorgfalt zu. Man solle sie, auf die„das meiste absehn dieses Buchs gerichtet ist“, aus seiner Grammatik lernen, wie es auf dem Titelblatt heißt: avec autant de delicatesse et aussi distinctement gu'il est famais possible. Nicht immer hätten Lehrer und Schüler soviel Wert auf diesen Teil der Sprache gelegt. Nur wenige könnten richtig lesen, denn viele seien schon froh, wenn sie nur„ein Buch verstehen und ihre Gedanken einiger massen von sich geben können/ und bekümmern sich nicht allererst darum, welches gut oder böse pronunciret sey/ sondern halten es vor eine Thorheit daß man sich bey einer so unbeständigen und variablen Sprache so lange aufhalten soll.“
Des Pepliers(1689, 1723) sieht es als erste Pflicht des Lehrmeisters an, dem Schüler die Aussprache„rein und aufrichtig“ zu lehren. Des Pepliers' weitverbreitete Grammatik wurde an der im Jahre 1753 in St. Gallen errichteten Französischen Schule dem Unterricht zu Grunde gelegt. Deshalb beginnt auch die Anweisung, die der Schulrat dieser Stadt dem neuen Lehrer gibt, mit den Worten:„Bei der information der französischen sprache soll der präzeptor den knaben von anfang an eine pronuntiation und beachtung des akzentes angewöhnen.“ ²)
Die gleiche Auffassung von dem Wert und der Wichtigkeit der Aussprache finden wir bei den Methodikern des 18. Jahrhunderts. Hatte schon Palsgrave(1530) drei Vorzüge der fran- zösischen Aussprache hervorgehoben(to be armonious in their Speking: lo be brefe and sodayne in soundyng of theyr wordes, avoydyng all maner of harshenesse in theyr pronunciation: and thirdty to Syve every worde that they abyde and reste upon, theyr most audible sounde) ³), Sso rühmt Roux die Schönheit der französischen Sprache mit überschwänglichen Worten in der französischen Vorrede seines Noum lumen(1711). Richelet(1710) sucht diese besondere Schönheit dadurch zu beweisen, daß er daran erinnert, man sage allgemein ᷣuho— mulieribus loguendum' esse Gallice, weil diese Sprache so„lieblich und freundlich“ sei,«um hostibus vero loguendum esse Germanice, weil das Deutsche„ernsthafftig und strenge“ sei.“) Jacquier(1742) widmet seiner Muttersprache auf dem Titelblatt seiner Méthode folgende Verse:
Du beau-monde et des Cours le Langage à-la-mode Est le Frangois, doux, pur, énergigue et commode,
und der Grammatiker Kilg(1783) erzählt seinen Lesern, daß an dem Hofe des Bischofs Friedrich Wilhelm von Hildesheim die französische Sprache beliebt sei als une langue épurée
¹) Den gleichen Gedanken bei Besel(1701): Man dürfe nicht mit weibischer Affektierung sprechen, noch durch die Zähne„fispern“; ebenso Schatz(1724) und De Flans(1745), S. 212:„ohne Affectirung einer weibischer Zärt- lichkeit und baurischer Grobheit.“
2 Zitiert nach Alge a. a. O. 416.
3) Palsgrave, Ausg. v. Génin, S. XV.
4) Schon Holyband(oder St. Lien) hatte gesagt: Quoniam gallicum idioma(propter pronuntiationis, ac soni suauitaten iurè lingua mulierum nuncupari potest, danda est opera ut candidus lector omnem asheritatem fugiat, imo HBrorsus
abhorreat. Vgl. Lange a. a. O. 16 und Thoene a. a. O. 2.


