zweiten Zeile.— Auffallend ist die Doppelsetzung des Wortes coniugi Z. 1 und 4.— Die ala Indiania stand(nach Ritterling, W. Z. XII, 211) in der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts in Obergermanien, nachdem sie dann eine Zeitlang dem brittanischen und dem niedergermanischen Heere angehört, kehrte sie etwa in der hadrianischen Zeit nach Obergermanien zurück. Ihr Name ist von demjenigen ihres ehemaligen Befehlshabers (dem Tac. ann. III, 42 genannten Julius Indus?) abgeleitet. Sie heisst auf dem von Zangemeister im Limesblatte, Sp. 68 veröffentlichten Militär- Diplom aus Neckarburken ala Indiana Gallorum.— Unser Sarg gehört wohl erst dem dritten Jahrhundert n. Chr. an(s. z. Nr. 53).
Vergl. Klein, Zeitschr. d. Mainzer Altertumsvereins, I, 497.— Bramb. C. I. Rh. 924.— Körber, Korrbl. d. W. Z. XIV, Sp. 95.
75. Vorderseite des Steinsarges der Mogetia Quintina, gefunden im Juni 1888 beim Bau eines Fabrikgebäudes in der Rheinallee. Geschenk des Bauherrn, Herrn Geh. Kommerzienrats Reuleaux. Roter Sandstein. H. 50, L. 205, D. 12 cm. Der Deckel war bei der Auffindung nicht mehr vorhanden; wegen der Schwierig- keit, den Sarg ganz zu heben, wurde die Vorderseite abgesprengt; die Beschädigung dieser hat bereits früher stattgefunden.
2-— SXANCTISSI-OQVINTINWSFRVENDVS
LIBERTVST- HERES=PATRONTOPTIM INSEEIETETREVERENTIAEEFE C
1:22
Mogetiae Quintinae matronae sanctissimae Quintinius Fruendus libertus et heres patron(a)e optim(ae) in se piet(atis) et reverentiae flaciendum) c(uravit)..
Der' ehrwürdigen Frau Mogetia Quintina, einer Beschützerin von ausgezeichneter Liebe und Rücksichtnahme gegen ihn, hat ihr Freigelassener und Erbe Quintinius Fruendus(diesen Sarg) machen lassen.
Z. 1 sind nur noch die Füsse der einzelnen Buchstaben erhalten, die jedoch eine ganz sichere Ergänzung möglich machen.— Das Gentile
des Freigelassenen ist aus dem Cognomen der Patronin gebildet(s. z. Nr. 53). — Die Inschrift gehört wohl dem dritten Jahrhundert an(s. z. Nr. 53).
Vergl. Körber, Korrbl. d. W. Z. XV, Sp. 83.
76. Grabstein der Turrania Suadulla und der Urbana, gefunden am 30. April 1895 beim Bau des Hauses Petersstrasse Nr. 8. Kalkstein. H. 100, Br. 68, D. 34 cm. In dem an der Spitze beschädigten Giebel eine Rose, an seinen Seiten scheinen Akanthus- Ranken angebracht gewesen zu sein. Die oberen vier Zeilen stehen gewissermassen auf einer Tafel mit besonderem Rahmen, der auf zwei Säulen ruht, zwischen welchen der übrige Teil der Inschrift steht oder stand.


