— 50—
g. Privatleute, Frauen und Kinder.
64. Grabstein des Gamuxperus, gefunden am 18. April 1895 beim Bau des Hauses Petersstrasse Nr. 8. Kalkstein. H. und Br. 58, D 11 cm.
—— D(is) Manibus). Gamuæpero, Andangi
51—(Mlio), Titus filius fac(iendem) cur(avit). D 4 M Den Manen(Schattengöttern). Dem CAVWVX PRo Gamuxperus, dem Sohn des Andangus, bat sein Sohn Titus(diesen Grabstein) setzen AN OAℳ³ NG J lassen.
MAIIV S Also Vater und Grossvater haben noch
barbarische, der Enkel bereits einen rö- F L V. 8 mischen Namen. PEAC GO NA Vergl. Körber, Korrbl. d. W. Z. XIV, — Sp. 83.
65. Grabdenkmal des O. Voltius Viator, gefunden Mitte Juni 1888 bei Erweiterung der„Neuen Anlage“. Er war zuletzt als Deckel eines Steinsargs verwandt, in welchem eine mit Gyps übergossene Leiche lag. Weisslicher Kalkstein. H. 275, Br. 75, D. 30 cm. Von der Höhe kommen 80 cm auf den roh ge- lassenen Sockel, der zum Einstecken in den Boden bestimmt war; dann folgt nach einem glatt bearbeiteten Stück das 51 cm hohe, etwas eingetiefte Inschriftfeld, von kräftigen Profilen um- rahmt; darauf ein 88 cm hohes gleichfalls eingetieſtes Skulptur- feld mit der Darstellung des Verstorbenen; zuletzt eine 35 cm hohe flache Nische mit sitzender sphinxartiger Figur. Das Ganze schliesst giebelförmig ab, an den Ecken streben aufrecht stehende
Ohren empor, die mit je drei Ranken verziert sind. Eigentümlich ist die Skulptur-Darstellung des Verstorbenen. In der Mitte steht der Jüngling in Tunica und Paenula zwischen seinen zwei Pferden oder Maultieren; dabei stützt er auf den Bug des vorderen die Rechte, mit welcher er die Zügel beider Tiere hält, während er mit der langgestreckten Linken die Gerte zum Treiben gefasst hat. In kindlich- naiver Weise hat der Steinmetz die Perspektive zu ersetzen und alle drei Gestalten zur Anschauung zu bringen gesucht. Der Körper des Jünglings ist in zwei Hälften zerschnitten, von denen die eine über dem Rücken, die andere unter dem Bauch des vorderen Tieres sichtbar wird(noch dazu seitlich etwas verschoben): es sollte eben nichts verdeckt werden. Natürlich erscheint die Gestalt dadurch übermenschlich lang. Dieser Eindruck wird noch dadurch erhöht, dass die Tiere nicht auf gleicher Fläche, wie der Jüngling, sondern mit Vorder- und Hinterbeinen auf je einem kubischen Sockel stehen, das hintere steht— namentlich mit dem Hinterleib— noch höher. Wir werden in dem sechzehnjährigen Jüngling mit seinen zwei Tieren wohl einen jungen Bauernsohn oder auch einen jugendlichen Pferdehändler zu erkennen haben, den der Steinmetz nach römischer Sitte so dargestellt hat, wie er im Leben zu erscheinen pflegte. Das Relief ist flach eingehauen und macht auf künstlerischen Wert keinerlei Anspruch.


