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.. eques[alla(e) Hispanorum[stlup(en- diorum) XXII an(n)olrum) XL.V hic)
situs est.
.. Reiter der spanischen Ala(Schwad- ron), 22 Jahre im Dienst, 45 alt, liegt hier begraben.
1: 15 Z. 1 sind vor EQVES noch Buch- stabenreste erhalten(A mit vorausgehender und folgender Senkrechte), die wohl zum Namen der Heimath gehörten.— Dieselbe Ala ist auch auf zwei Wormser Steinen genannt(Weckerling, die römische Abteilung des Paulusmuseums, S. 60 ff.), sowie auf einem in Mainz gefundenen, der jetzt in Mannheim steht(Haug, die römischen Denksteine des Grossherzoglichen Antiquariums in Mannheim, S. 36).— Z. 2[AlLA für ALAE.— Z. 3 [STIVP= STIP.— ANO: und Z. 4 HI. seltene Abkürzungen für AN. und H; bei ersterem ist noch das Fehlen eines N zu bemerken.— Nach der Schlussformel stammt der Stein aus dem ersten Jahrhundert und zwar vermutlich aus der ersten Hälfte desselben, da eine ala Hispanorum in keinem der 5 erhaltenen, aus den Jahren 74—134 stammenden Militär- diplomen genannt ist.
Vergl. Körber, Korrbl. d. W. Z. XV, Sp. 162.
60. Grabmal des Betasiers Annauso von der zweiten flavischen Ala(Schwadron), gefunden im 17. Jahrhundert im Vorhause der alten Peterskirche und später beim Bau des Minoritenklosters verwendet. Kalkstein. H. 128, Br. 75, D. 13 cm.
Der Grabstein ist offenbar, wie die bis auf Einzelheiten sich er- streckende Khnlichkeit beweist, in derselben Werkstätte gearbeitet worden, wie der viel besser erhaltene des C. Romanius Capito(Becker, Nr. 224; oftmals abgebildet, z. B. Lindenschmit, Altert. unserer heidn. Vorz. III. VIII. 4; derselbe, Tracht und Bewaffnung, des römischen Heeres, VII, 3, beidemal mit eingehender Beschreibung). Ueber der Inschrift befindet sich in einer Nische unter einem mit Blattwerk verzierten Bogen die Dar- stellung des vollständig bewaffneten, bärtigen Reiters, der sein Pferd über einen besiegten Feind hinwegsprengen lässt. Den Kopf bedeckt ein Helm mit Stirnschild und Nackenschirm; in der Helmhaube ist zur Verstärkung ihrer Widerstandsfähigkeit die Nachbildung von Haarlocken ausgehämmert. Der Lederpanzer ist an seinem unteren Rande geschlitzt und mit breiten, nach innen aufgerollten Achselplatten versehen, welche durch eine Spange zusammengehalten werden; er reicht bis zum Oberschenkel. Von etwa vorhanden gewesenen Hosen ist nichts mehr sichtbar. Der Fuss ist ab- gebrochen. Der Reiter schwingt mit der Rechten die Wurflanze, in der Linken führt er einen verhältnissmässig sehr langen sechseckigen, mit einem starken Metallrand beschlagenen Schild. Am Gürtel hängt auf der rechten Seite das lange Reiterschwert, an dessen Griff der grosse Knauf bemerkenswert ist. Drei runde, mit concentrischen Kreisen verzierte Schmuckplatten sind am Riemenzeug des Pferdes sichtbar. Am Sattel fällt das stark aufstrebende Rückende des Sitzes auf. Links im Hinter- grund steht ein Sklave, der zum Unterschied von dem auf dem Romanius- Stein dargestellten keine Waffen trägt. Er scheint mit Hosen und mit dem Sagum, dem gallischen weiten Armelmantel(vergl. Hettner, Westd. Zeitschr. II. 11) bekleidet zu sein; am Hals wird der breite Saum des im Rücken hängenden Cucullus(Kapuze) sichtbar. Der am Boden liegende Feind— natürlich ist an einen Germanen zu denken— hält in der Linken einen ebenfalls länglich-sechseckigen, aber viel kürzeren Schild, bei welchem der auf gallischen Schilden häufige Grat deutlich hervortritt. In der Rechten hat er ein nach unten gekehrtes Schwert oder Messer, von welchem nur der Knauf sichtbar ist.


