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57. Grabstein des Dalmaters Beusas(von der vierten Cohorte der Dalmater), gefunden im Mai 1862 oberhalb des englischen Hofes vor dem Draisthor in Bingen; Geschenk des Herrn Wein- händlers Sander in Bingen(23. Aug. 1895). Kalkstein. H. 61, Br. 61, D. 15 cm. In dem Giebel über der Inschrift eine grössere und zwei kleinere Rosetten; auf beiden Seiten desselben je ein nach unten schauender Delphin, eine Rose und drei als Akanthus- ranken gebildete Akroterien.
Beusas, Sutti. filius), Delmat(a), mil(es) coh(ortis) IIII[Delmat]jarum....
Beusas, des Suttus Sohn, aus Dalmatien, Soldat der vierten Cohorte der Dalmater...
Delmata, andere Schreibweise für Dalmata. Z. 4 a. E. sind noch die Köpfe der vier letzten Buchstaben des Wortes DELMATAR(uum) erhalten. — Dass die vierte Cohorte der Dalmater in der Gegend von Bingen stand, ist auch noch durch zwei andere in Bingerbrück gefundene Grabsteine (Bramb. 741 u. 742) bezeugt.— Die Verzierung
1:20. neben dem Giebel lässt auf das erste Jahrhundert n. Chr. schliessen, und zwar auf die Zeit vor 74, da in den Militärdiplomen der nächsten 60 Jahre zwar die dritte und fünfte, nicht aber die vierte Dalmater-Cohorte vorkommt.
Vergl. Bramb. C. J. Rh. 869. Körber, Korrbl. d. W. Z. XV, Sp. 8.
BEVAASW IIEDELAAN BCSO
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58. Bruchstück von dem Grabstein eines Soldaten einer Thracier-Cohorte. Alter Bestand. Kalkstein. H. 37, Br. 28, D. 19 em.
Aus Z. 1 ersieht man, dass der Verstorbene N einer Thraciercohorte angehörte, welcher,
ist ungewiss, zumal über die Herkunft des Steines nichts bekannt ist; in Betracht
kommt die erste, vierte und sechste.— Nach
E. xI Z. 2 betrug seine Dienstzeit 13 Jahre.— Nach Z. 3, wo a. A. noch Reste der drei
5 letzten Ruchstaben des Wortes heres sicht-
bar sind, liess ihm sein Erbe den Grabstein
setzen.
59. Grabstein eines Reiters einer spanischen Ala(Schwadron), gefunden am 26. April 1896 bei Kanalbauten in der grossen Emmeransstrasse gegenüber dem Haus Nr. 25. Kalkstein. H. 150, Br. 87, D. 30 cm. 75 em der Höhe sind roh zubehauen; auf die Inschriftfläche kommen nur 25 cm. Mit dem Anfang der Inschrift ist auch die sicherlich darüber befindliche Reiter- darstellung verloren. Rechts ist noch etwas von einer säulen- artigen Verzierung übrig.


