49. Grabstein des O. Lo(llius?), gefunden im April 1892 hinter dem Fort Karl, wo er als Deckplatte einer fränkischen, sonst mit Steinen abgegrenzten Grabstätte verwendet war. Ge- schenk der Militärbehörde. H. u. Br. der Schriftfläche 105 u. 56, D. 17 cm.
Q(uintus) Lolllius?], Marei) flilius), Volt(iõnia tribu),—, mil(es) leg(ionis) AIIII geminae, ann(orum) XXXX, stip(endiorum) XVIII, h(ic) s(itus) e(st).
Quintus Lo(llius?), des Marcus Sohn, von ¹ dem voltinischen Bürgerverbande, aus?, Soldat [der vierzehnten Legion, der doppelten, 40 Jahre FJalt, 18 im Dienst, liegt hier begraben. lZ. 1 ist die linke Rundung des O nur noch im Bruch erhalten, daher bei der Nachbildung nicht sichtbar— Für den Schluss des Gentiles ist kaum noch Platz: er stand also wohl auf dem Rand. Ahnliches gilt für den Heimats- namen, wenn er überhaupt angegeben war.— Ob Z. 3 XIII oder XIIII gestanden, lässt sich nicht entscheiden. Indes hat sich von einem gemeinen Soldaten der dreizehnten Legion, welche während der hier in Betracht kommen- den Jahre zwar zum obergermanischen Heer gehörte, aber in Vindonissa (j. Windisch in der Schweiz) lag, in Mainz noch kein Grabstein gefunden. Daher besitzt die Einsetzung der vierzehnten Legion hier die grösste Wahr-
scheinlichkeit.— Nach dem Fehlen des Cognomens gehört der Stein in die Zeit vor Claudius(41—50).
Vergl. Zangemeister, Westd. Zeitschr. XI, 291.
1:20
50. Grabstein des ltalikers O. Clodius. Alter Bestand. Kalk- stein. H. 77, Br. 49, D. 15 cm. In dem runden Abschluss- bogen eine roh eingehauene Rose.
O(uintus) Clodius, OQ(uinti) flilius) Ani(ensi tribn), Verc(el)lis,[mi]l(es) leg(ionis) XIIII geminae, [ann(orum) X]XXW...
Quintus Clodius, des Quintus Sohn, von dem aniensischen Bürgerverbande, aus Vercellae(j. Vercelli), Soldat der vierzehnten Legion, der doppelten, 35 Jahre alt,....
Das Gentile reicht noch über die Umrahmung hinaus, wie auch nachher Punkte und Buchstaben- teile auf ihr stehen.— Z. 3 PFerelis verschrieben für Vercellis.— Z. 5 passt XIIII besser in den Raum als XIII; ausserdem vergl. das zu Nr. 49
1:20 Gesagte.— Z. 6 lautete entweder: ANN:XXXXV oder AN:XXXXV.— Das Fehlen des Cognomens lässt auf die Zeit vor Claudius schliessen; in den Jahren 14—43 n. Chr. stand die vierzehnte Legion zum ersten Mal in Mainz.


