b. Soldat der achten Legion.
47. Bruchstück von dem Grabstein eines Unbekannten, ge- funden am 22. Juli 1896 bei Kanalbauten in der grossen Kirch- gasse zu Kastel. Geschenk der Bürgermeisterei Kastel. Gelber Kalkstein. H. 24, Br. 24, D. 16 cm.
In der Zeile ist noch ein unbestimmbarer Teil der Namens- oder Heimatsbezeichnung erhalten. Darauf folgte die Angabe, in welcher Legion der Verstorbene gedient; sie führte, wie die dritte Zeile lehrt, den Beinamen Augusta, könnte also an sich sowohl die zweite als auch die achte gewesen sein. Beide haben nicht in Mainz gestanden: jene von 14—43 in Vindonissa, diese von 70 an sehr lange Zeit in Strassburg. Da jedoch in Mainz die zweite Legion wenig, die achte aber viele Spuren hinterlassen hat, so ist wohl zu ergünzen MIE-LIEGVIIII.
c. Soldaten der vierzehnten Legion.
48. Grabstein des Italikers primus Aebutius, gefunden im Oktober 1889 bei Kanalisierung des Augustinergässchens. Kalk- stein. H. 185, Br. 61, D. 28 cm. Im Giebel eine Rose nebst pal- mettenartigen Blättern, zu beiden Seiten desselben als Akanthus- Dranken gebildete Akroterien. Primus Aebutius, L(uci) f(ilius), Vetu- ria(tribu), Pla(centia), vetſerlanus ex s(ignifero) leglionis) XIIII, anno(rum) LT, aeroru(m) XXII, h(ic) s(itus) edst). Primus Aebutius, des Lucius Sohn, vön dem veturischen Bürgerverbande, aus Placentia(j. Piacenza), ehemaliger Fahnenträger der vierzehnten Legion, 55 Jahre alt, 22 im Dienst, liegt hier begraben.
Der Stein war in der Mitte gebrochen, daher die Verstümmelung an dieser Stelle.— Die Buchstaben sind sehr un- regelmässig eingehauen.— Primus ist Praenomen, schon darum, weil ein solches, was vor der Angabe L. F. nicht angeht, fehlen würde, wenn Primus Cognomen wäre.— aerorum statt aerum auch noch auf drei anderen Steinen des Mainzer Museums.— Die stilisierten Akroterien und die Formel hie situs est deuten auf das erste Jahr- hundert n. Chr.; in der That lag die 1:15. 14. Legion in den Jahren 14—43 und dann wieder 70— 90 in Mainz. Vergl. Velke, Korrbl. VIII, Sp. 245.


