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Macedonischen, 40 Jahre alt, 21 im Dienst. Anicius Modestus, sein Erbe, liess(ihm diesen Grabstein) setzen.
Die Kursivschrift der Vorlage ist von dem unerfahrenen Stein- metzen teilweise missverstanden oder nicht in Lapidarschrift umgesetzt worden.— Z. 2 könnte man nach FAB zur Not auch ein T annehmen(vergl. Z. 7) und an eine Verschreibung für FABATVS denken; aber wahrscheinlicher ist Fabius, obgleich sich für die Benutzung desselben Namens als Gentile und als Cognomen kein weiteres Beispiel finden dürfte. Als Einzelnamen und(nach Erteilung des Bürger- rechtes) als Cognomina werden die Gentilicia bei Peregrinen nicht selten verwendet. Vergl. die von Keller(Korrbl. d. W. Z. VII, Sp. 97) und Zangemeister(uda VIII, Sp. 252) veröffentlichte Inschrift von Nierstein. — Z. 5 ist STIP verschrieben, ob aber SIP oder STP dasteht, ist zweifel- haft.— Z. 7 könnte das erste C commilito u. ä. bedeuten, aber wahr- scheinlicher ist es aus Versehen eingehauen und dann zugestrichen worden. — Die vierte Legion stand in den Jahren 43—70 n. Chr. in Mainz.
Vergl. Zangemeister, Westd. Zeitschr. XI, 299.
45. Bruchstück von dem Grabstein eines Unbekannten. Alter Bestand. Kalkstein. H. 19, Br. 27, D. 23 cm.
Links ist ein Rest der alten Umrahmung er- halten.— Z. 1 ist wohl ein Stück des Cognomens oder des Heimatsnamens erhalten. In letzterem Falle wäre vielleicht an Valentia zu denken, denn aus Spanien wurde die vierte Legion im Jahre 43 n. Chr. nach Ober-Germanien versetzt: der Buchstabe am . Ende der Zeile könnte sehr wohl auch ein E gewesen
1:10. sein.— Dass Z. 2 die vierte Legion genäannt war, ist allerdings nur wahrscheinlich, gedacht werden könnte auch an die zweite, die in den Jahren 14—43 in Vindonissa(j. Windisch in der Schweiz) stand und also ebenfalls dem in Mainz residierenden Befehlshaber des ober- germanischen Heeres unterstellt war; sie hat aber hier nur sehr wenig Spuren hinterlassen.— Z. 3 begann mit ANN(orum) die Altersangabe des Verstorbenen.— Gesetzt ist der Stein, wenn die obige Annahme richtig ist, in den Jahren 43— 70 n. Chr.
46. Bruchstück von dem Grabsteine eines Unbekannten, gefunden im April 1896 beim Abbruch des alten Kirchturmes in Bretzenheim. Geschenk des Herrn Pfarrers Dr. Probst. Gelblicher Kalkstein. H. 26, Br. 19, D. 16 cm.
Die Buchstabenreste der ersten Zeile gehören noch zur Namensbezeichnung des Verstorbenen, in der zweiten war seine Heimat angegeben, vermutlich Tolosa(j. Toulouse), in der dritten die Legion, in der er diente. Dies muss, da an die zweite kaum zu denken ist, die vierte gewesen sein: die erste ist ausgeschlossen, da die Wagrechte über dem I sich viel weiter nach rechts als nach links erstreckt, auf das] also noch weitere Zahlzeichen gefolgt sein müssen. In der vierten Zeile begann wohl mit SIESeeen) die 1:10 Nennung der Dienstjahre.
Vergl. Körber, Korrbl. d. W. Z. XV, Sp. 161.


