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3,[1] (1897) Römische Inschriften des Mainzer Museums / zsgest. von K. Körber. Mit 100 Zinkätzungen nach Faks.-Zeichn. von Heinrich Wallau
Entstehung
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beim Abbruch der alten Stadtmauer am Eisgrubenweg. Gelb- licher Sandstein. Zwei übers Kreuz zusammengehörige Stücke. Ihre Masse sind: 1) oberer Teil: H. 60, Br. 43, D. 23 cm. 2) unterer Teil: H. 54, Br. 48, D. 29 cm. In den Vertiefungen Spuren roter Farbe; der ganze Stein scheint später einen weissen (Gips-?) Ueberzug erbalten zu haben.

-... conservalorji et nuſminib(us)] castrofrum hon]loriq(ue) leg(ionis) [AAII prlimi- geniae) p(iae) flidelis) Alexandrianae...] 3. Dn,..... p(rimus) p(ilus) leg(iones) s(upra)[s(riptae) dono) dedit)....] dedicanſte Sea(to) Catio] Clemenltino leg(ato) Aug0usti) pro) pr(aetore) Germaniae) s(uperioris)].....

.... dem Beschützer und den Gottheiten des Lagers und dem ruhm- vollen Adler der zweiundzwanzigsten Legion, der erstgeworbenen, pflicht- treuen und zuverlässigen, Alexandrianischen, hat.... · Du.... Primipilus (vornehmster Centurio) der oben genannten Legion(diesen Altar) zum Geschenke gemacht. Geweiht hat ihn Sextus Catius Clementinus, der Kaiserliche Statthalter von Ober-Germanien.

Auch dieses Denkmal ist in ähnlicher Weise schwer beschädigt, wie das eben besprochene: von den vier Stücken, in die es zerschlagen wurde, sind nur zwei erhalten geblieben, und auch auf diesen ist die Inschrift am Anfang und Ende abgehauen oder unkenntlich gemacht; ferner ist hier ebenfalls zwischen dem oberen und unteren Stück eine Zeile verloren gegangen. Z. 1 scheint a. A. ein V, a. E. ein N gestanden zu haben, neben dem V ist eine Senkrechte deutlich sichtbar. Es war hier ein Gott genannt, und zwar, da der Stein unter Alexander Severus geschrieben ist. wahrscheinlich ein orientalischer, der dann wohl, als der vom Kaiser er- wählte Schutzgott, den Beinamen conservator geführt haben wird(vergl. Keller. II, 25 b). Die numina castrorum kommen sonst nicht vor; man wird darunter die genii der Truppen und die signa zu verstehen haben 2. 5 ist der Name Alexanders ausgemeiselt(vergl. z. Nr. 15), doch ist ein Na, A. noch deutlich erkennbar. Z. 8 stand a. A. ein P, a. E. ein S. Dass auch dieser Stein aus dem Fahnenheiligtum des Praetoriums stammt, ergiebt sich schon daraus, dass der Statthalter ihn geweiht hat. Dass das Denkmal unter Alexander Severus(222 235) gesetzt ist, ergiebt sich aus dem Beinamen der Legion, welcher seinerseits dadurch gesichert ist, dass der einweihende Statthalter offenbar derselbe Mann ist, der im Jahre 230 Consul war.

Vergl. Zangemeister, Westd. Zeitschr. XI, 317 und v. Domaszewski, Westd. Zeitschr. XIV, 42 und 95.

18. Zwei Bruchstücke einer Weininschrift an den Adler der zweiundzwanzigsten Legion, gefunden am 10. und 26. September 1896 in einem unter der Wallaufschüttung am Gauthor be- grabenen Teil der mittelalterlichen Stadtmauer. Rötlicher Sandstein. Zwei übers Kreuz zusammengehörige Stücke. Ihre Masse sind: 1) oberer Teil: H. 32, Br. 50, D. 17 cm, 2) unterer Teil: H. 34, Br. 68 em,(wovon jedoch 28 an der Schriftfläche abgebrochen sind), D. 23 cm. Geschenk der Militärbehörde.