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3,[1] (1897) Römische Inschriften des Mainzer Museums / zsgest. von K. Körber. Mit 100 Zinkätzungen nach Faks.-Zeichn. von Heinrich Wallau
Entstehung
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4 T. A

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1:7,5. Numinib(us) Augustorum), Tovi) oſptimo) m(aæimo), Fortulnae], VIestlae,..., Laribus, Penatibus, Lſucius) Sallustius Sedatus hospes votumn] s(olvit) Iſibens) m(erito). Der Gottheit der Kaiser, Juppiter, dem Besten und Höchsten, der Fortunae, der Vesta,... den Laren und Penaten hat der Gastwirt Lucius Sallustius Sedatus sein Gelübde gern und nach Gebühr erfüllt.

Von der Vorderseite sind nur die zwei ersten Zeilen einigermassen gut erhalten; Z. 3 a. A. muss zuerst ein N gestanden haben, dann waren vielleicht A und E gebunden. Dann folgen auf V einige undeutliche Buch- stabenreste, worauf ein A und die Hälfte eines E im Umriss erkennbar wird. Am Ende stand ein D; wie die Lücke hier zu ergänzen ist, bleibt ungewiss; vermutet wird dlis meile oder auch dleabu]s oder dlomuels. Von nun an ergänzen sich Vorder- und Rückseite gegenseitig, so dass über die Lesung kein Zweifel mehr entstehen kann. Hospes(Z. 6 u. 7) ist hier wohl der Quartierwirt für Soldaten(vergl. Tac. hist. II, 66. III, 2. 44), daher steht keine weitere Bestimmung dabei. Inhaltlich passt für dieses Gewerbe, dass Fortuna, Vesta, Laren und Penaten angerufen werden. Diesen Kreis von Gottheiten gibt ein Bild bei Baumeister, Denkm. S. 811, das auch zumWirtshause passt. Auffallend ist die Ausmeiselung beider Exemplare der Aufschrift, die sich vielleicht durch die Annahme erklärt, dass der Altar in einem öffentlichen Gebäude stand; dafür, dass die Rasur christlichen Ursprungs ist, könnte das Kreuz sprechen, welches auf der Vorderfläche Z. 6 a. E. eingehauen ist.

Die Verzierung über dem Sims des Altars ist, wie man trotz der argen Zerstörung erkennt, so ähnlich derjenigen anderer Altäre unseres Museums, dass man die Herkunft aus einer Werkstätte annehmen muss. Mehrere derselben(Nr. 12, 33, 38, 73 des Becker'schen Katalogs und Nr. 7