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Das rheinische Civilrecht in seiner heutigen Geltung / dargest. und erl. von Cretschmar
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II. Code Civil. 35 I. B. 5. T. Von der Ehe. Art. 199— 206.

Art. 199. — Sind beide Ehegatten oder einer derſelben verſtorben, ohne den Betrug entdeckt zu haben, ſo können alle, welche bei der Gültigkeitserklärung der Ehe ein Intereſſe haben, und auch der kaiſerliche Pro⸗

curator, die peinliche Klage anſtellen.

Art. 200. — Iſt der öffentliche Beamte vor Entdeckung des Betruges verſtorben, ſo hat der kaiſerliche Procurator, in Gegenwart der Intereſſenten und auf deren Anzeige die Entſchädigungsklage wider deſſen

Erben zu richten.

Art. 201. — Le mariage qui a été déclaré nul, produit néanmoins les effets civils, tant à l'égard des époux qu'à l'égard des enfans, lorsqu'il a été con- tracté de bonne foi.

Art. 202. — Si la bonne foi n'existe que de la part de l'un des deux époux, le mariage ne produit les effets civils qu'en faveur de cet époux et des enfans issus du mariage.

Chapitre V. Des obligations qui naissent du mariage.

Art. 203. — Les époux contractent ensemble, par le fait seul du mariage, l'obligation de nourrir, entretenir et élever leurs enfans.

Art. 204. — L'enfant n'a pas d'action contre ses père et méère pour un éta- blissement par mariage ou autrement.

Art. 205. — Les enfans doivent des alimens à leurs pére et mere, et autres ascendans, qui sont dans le besoin.

Art. 206. — Les gendres et belles- filles doivent également, et dans les mémes circonstances, des alimens à leurs

Art. 201. — Die für ungültig erklärte Ehe bringt, wenn ſie in gutem Glauben ein⸗ gegangen wurde, ſowohl in Hinſicht der Ehe⸗ gatten als der Kinder die bürgerlichen Wir⸗ kungen hervor.

Art. 202. — War nur einer der beiden Ehegatten in gutem Glauben, ſo hat die Ehe auch nur zum Vortheil dieſes Ehegatten und der aus der Ehe abſtammenden Kinder ihre bürgerlichen Wirkungen.

Fünftes Kapitel. Von den Verbindlichkeiten, die aus der Ehe entſpringen.

Art. 203. — Blos durch die Verheirathung übernehmen die Ehegatten gemeinſchaftlich die Verbindlichkeit, ihre Kinder zu ernähren, zu unterhalten und zu erziehen.

Art. 204. — Das Kind hat keine Klage wider ſeine Eltern auf eine Verſorgung durch Heirath oder auf andere Weiſe.

Art. 205. — Die Kinder ſind ihren dürftigen Eltern und anderen Aſcendenten den Unterhalt ſchuldig.

Art. 206. — Auf gleiche Weiſe und unter denſelben Umſtänden find Schwiegerſöhne und Schwiegertöchter ihren Schwiegereltern Unter⸗

— Art. 199. Aufg. durch EG. z. StPO. § 6, StGB. §§ 169, 338; efr. EG. z.

CPO. § 14 Poſ. 1.

— Art. 200. In bürgerlichen Rechtsſtreitigkeiten iſt eine Activität der Staatsanwalt⸗ ſchaft als Nebenpartei durch EG. z. CPO. § 14 Abſ. 1 weggefallen; vergl. auch Pr. Geſ. betr. die Uebergangsbeſtimmungen zur CPO. vom 31. März 1879 (GSS. 332) § 5.

— Art. 201.

Das Geſetz fingirt, die Putativehegatten ſeien legitime Gatten. Die Frau führt den Titel der Ehefrau, die Kinder den Namen des Vaters.

Eine Fortſetzung des

ehelichen Lebens im engeren Sinne würde aber nach der Nichtigkeitserklärung Concubinat und im Falle der Blutsverwandtſchaft der Ehegatten nach § 172 StGB. ſtrafbar ſein.

— Art. 202. Ofr. § 170 StGB.

— Zu Kapitel V. Zu dieſem im Allgemeinen von der Alimentationspflicht handeln⸗

den Kapitel, welches nur die ehelichen Verwandtſchaftsverhältniſſe im Auge hat, efr. Art. 762, 763, aus welchen mit Recht in Verbindung mit unſerm Kapitel die Alimentationspflicht der unehelichen anerkennenden Eltern gegen ihre Kinder gefolgert wird.

— Art. 203. Zu dieſem Artikel und den folgenden vergl. man Reichsgeſ. über den Unterſtützungswohnſitz vom 6. Juni 1870 § 62 (RGB. 360, Eſchw. S. 790) nebſt Pr. Ausführungsgeſetz zu dieſem Geſetze vom 8. März 1871 § 65 (GSS. 130, Eſchw. S. 818); ferner CPO. § 648, 749* u. “, 584, 851, cfr. auch Geſ. betr. die Verbindlichkeit zum Schadenerſatze für die bei dem Betriebe von Eiſenbahnen ꝛc. herbeigeführten Tödtungen und Körperverletzungen vom 7. Juni 1871 (RGB. 207) § 31, hier (XXXV). Zu dem letzt⸗ citirten Geſetze bemerke man, daß Schadenerſatzpflicht wenigſtens aus dieſem Geſetze nicht eintritt, ſofern die Bedürftigkeit wegfällt oder andere gleich gute Alimentationspflichtige vorhanden ſind; efr. Art. 1382. — Die Pflicht ſtellt weder eine ſolidariſche noch untheil⸗ bare Schuld dar — efr. Art. 1202 u. 1217. — Mit Recht ſagen die Motive zu 88§ 332 — 337 StPO., daß durch die dort vorgeſehene Vermögensbeſchlagnahme an den Alimen⸗ tationsanſprüchen Dritter auf das beſchlagnahmte Vermögen nichts geändert wird.

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