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II. Code Civil. 5 Einleitender Titel. — Art. 3—6.
Art. 3. — Les lois de police et de sureté obligent tous ceus qui habitent le territoire.
Les immeubles, méme ceux possédés par des étrangers, sont régis par la loi frangaise.
Les lois concernant l'état et la capacité des personnes régissent les Frangais, méme résidant en pays étranger.
Art. 3. — Die Polizei⸗ und Sicherheitsgeſetze einen Jeden, der in dem Staatsgebiete ſich aufhä
Unbewegliche Güter, ſelbſt diejenigen, welche Ausländer beſitzen, ſind den im Inlande gel⸗ tenden Geſetzen unterworfen.
Die Geſetze, welche den Zuſtand und die Fähigkeit der Perſonen betreffen, verbinden die Rheinpreußen, ſelbſt wenn ſie in einem fremden Lande ſich aufhalten.
Art. 4. — Der Richter, der unter dem Vorwande, daß das Geſetz den vorgetragenen Fall unberührt laſſe, daß es dunkel oder unzulänglich ſei, ein Urtheil zu ſprechen ſich Wigert⸗ kann, als der Juſtizverſagung
ſchuldig, belangt werden.
Art. 5. — Il est défendu aux juges de par voie de dispositions générale et réglementaire sur les causes qui leur sont soumises.
Art. 6. — On ne peut déroger, par des conventions particuliéres, aux lois qui intéressent l'ordre public et les bonnes moeurs.
Art. 5. — Es iſt den Richtern verboten, in der Form einer allgemeinen Vorſchrift und Verordnung die ihnen vorgelegten Rechts⸗ ſtreitigkeiten zu entſcheiden.
Art. 6. — Von ſolchen Geſetzen, welche auf die Erhaltung der öffentlichen Ordnung und der guten Sitte abzwecken, können durch Privatverträge keine Abänderungen begründet
werden.
— Art. 3 Abſ. 1 aufg. u. erſ. durch StGB. § 3; Pr. Geſetz über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850 (GSS. 267; Eſchw. 369), wozu zu vergleichen Miniſterialverfügung vom 6. Juni 1850 (MB. f. d. i. V. 176), Städteordnung für die Rheinprovinz vom 15. Mai 1856 § 57 (GSS. 523, 542), Gemeindeordnung für die Rheinprovinz vom 23. Juli 1845 § 108 gS6. 405, Eſchweiler 323); — Zu Abſ. 2 vgl. ALR. Ein⸗ leitung § 32, CPO. 8 102 Nr. 5, KO. § 208 Abſ. 2. Zu Abſ. 3 vgl. ALR. Einleitung § 23 und, inſofern in demſelben auch das für Ausländer geltende Princip liegt: §§ 34, 35 daſ., Deutſche Wechſelordnung Art. 84; CPO. 8§ 50, 51, 53, KO. §§ 207, 208. — Rheinpreuße, d. h. ein Preuße, welcher im Gebiete des rheiniſchen Rechts ſeinen Wohnſitz hat. Die Verlegung des Wohnſitzes in ein anderes Rechtsgebiet unterwirft ihn auch den diesbezüglichen dortigen Geſetzen. — cfr. auch CPO. § 265, — cfr. Anmerkung zu a 217.
— Art. 4. In ſtrafrechtlicher Hinſicht aufg. durch EG. z. StGB. Art. 2. Dieſe Handlungen könnten heute höchſtens disciplinariſch verfolgt werden. Die Juſtizverſagung iſt in a 506 C. d. pr. näher definirt. Der Richter hat für jeden Rechtsſtreit eine Entſcheidung zu treffen, und wo er ſie nicht aus der direct treffenden Satzung findet, hat er ſie in der Analogie zu ſuchen. Dies der übrigens in jedem geordneten Staatsweſen maßgebende Grundſatz des Artikels; efr. § 49 Einl. z. ALR. — Hierzu vgl. Art. 106 Pr. Vll. und Anm. zu Art. 1 C. O. Der Abſ. 2 des Art. 106 1. c. entſpricht durchaus den deutſchen ſtaatsrechtlichen Grundſätzen, wonach nur der König der Geſetzgeber, und die ſ. g. mit ihm in Frage kommende geſetzgebende Gewalt der Kammern nur deren verfaſſungsmäßig geregelten Antheil an der Vorbereitung eines Geſetzes bedeutet. Gilt dies von der formellen Ver⸗ faſſungsmäßigkeit, ſo darf der Richter gewiß nicht in die Prüfung der materiellen Ver⸗ faſſungsmäßigkeit eintreten. efr. Erk. d. RG. 17. Febr. 1883. (Seuff. Arch. 38 Nr. 199) Die Reichsverfaſſungsmäßigkeit — Art. 2 RV. — unterliegt dagegen ſeiner Prüfung.
— Art. 5. res iudicata jus facit, sed tantum inter partes. efr. Art. 1351 C. C.
— Art. 6. cfr. Art. 1131 — 1133 O. C. — Entſch. des Reichsgerichts v. 14. Octbr. 1884 (XII. S. 272), 7. Oct. 1884 (VII. S. 311); Ueiheit desſ. Gerichts v. 5. Dec. 1882. (Seuff. Arch. 38 S. 329.)


