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Gerichtsverfaſſung.
Schooße des Standes hervorgegangen waren und nur kurze Zeit zu fungiren hatten, wurde von dem Geſetzgeber der Jahre 1790 und folgende ſeiner praktiſchen Bewährtheit halber beibehalten und es find die Mitglieder der Handelsgerichte, Präſidenten wie Richter, unbe⸗ ſoldet und ihre Stellen bloße Ehrenämter. (Art. 628 des Handels⸗ geſetzbuchs). — Ein Amtskleid indeſſen, ſchwarze Toga und ent⸗ ſprechende Toque u. ſ. w. ähnlich wie das der Erſtinſtanzgerichte, iſt ihnen für öffentliche Ceremonien und Sitzungen angeordnet. — Den Amtseid legen ſie wie die übrigen Richter, vor den Appell⸗ höfen ab.
Der Präſident und die Richter werden mittelſt verſchloſſener Zettel auf die Dauer von zwei Jahren gewählt. Letztere, die Rich⸗
ter müſſen ein Alter von 30 Jahren, der Präſident ein ſolches von
40 Jahren haben. Auch Suppleantrichter gibt es an den Handels⸗ gerichten, die ebenfalls 30 Jahre alt ſeyn müſſen. Die Wahl Aller geſchieht gleichzeitig. Die Liſte der Wähler wird aus der Zahl der Notabeln des Handelsſtandes eines Bezirks vom Präfekten verfertigt und vom Miniſter genehmigt. — Als Vorbedingung zur paſſiven Wahlfähigkeit wird außer dem Alter für die Richter und Supple⸗ anten gefordert, daß ſie fünf Jahre mit Ehre und Auszeichnung Handlung treiben. Die Präſidenten dürfen nur aus der Zahl der alten Handelsrichter gewählt werden. Der Monarch beſtätigt die Wahlen, außerdem ernennt die Regierung einen Gerichtsſchreiber und Gerichtsboten für ein jedes Handelsgericht. Bloß für die Stadt Paris ſind beſondere Beamten, gardes du commerce angeſtellt, welche die Urtheile zu vollſtrecken haben, die perſönlichen Arreſt nach ſich ziehen. Die Zahl derſelben beläuft ſich auf 10.
Eigene Appellations⸗Handelsgerichte gibt es nicht; die Beruf⸗ ungen von den Handelsgerichten werden an den ordentlichen Appell⸗ höfen angebracht und entſchieden.
Die Regierung beſtimmt die Anzahl der Handelsgerichte*) und die Städte, welche wegen des Umfangs ihres Handels und ihres Gewerbfleißes geeignet ſind, der Sitz ſolcher zu werden. — Jedes
*) In den letzten Jahren belief ſich ihre Anzahl auf 221 in ganz Frankreich; während 170 Tribunale erſter Inſtanz als Handelsgerichte fungiren.


