52 Gerichtsverfaſſung.
Die Amtskleidung der Appellräthe beſteht:
1) Bei den feierlichen Sitzungen und öffentlichen Ceremonien: aus einer Toga von rother Wolle, ſeidner Simarre, Gürtel von ſchwarzer Seide und ſolchen Franzen, herabfallende Cra⸗ vatte von gefaltetem weißen Battiſt; Toque von ſchwarzem Sammt, unten mit einer ſeidenen, mit Gold durchwirkten Bordur. Der Präſident trägt dieſen Beſatz doppelt.
2) In der gewöhnlichen Sitzung: Toga von ſchwarzer Wolle, ſchwarzſeidene Simarre, ebenſo der Gürtel; Toque von ſchwarzer Seide, herabfallende Cravatte von gefaltetem weißen Battiſt. Der Präſident und die Kam⸗ merpräſidenten tragen einen Beſatz an der Toque von ſchwar⸗ zem Sammt mit Gold.
Von den Handelsgerichten. *)
Wie wir in der Einleitung ſchon angeführt haben, erſcheinen die Handelsgerichte ſchon ziemlich frühe in der innern Geſchichte Frankreichs. Philipp von Valvis organiſirte durch lettres patentes vom Jahre 1349 ſolche Gerichte. In Lyon beſtund 1535 ein Han⸗ delsgericht unter dem Titel „conservation de Lyon.“ Karl K führte durch ein Edikt vom Jahre 1563 die jurisdiction consulaire zu Paris ein, die Jurisdiction der Handelsgerichte nämlich, und die Ordonnanz vom Jahr 1673 dehnte das Edikt auf alle tribunaux consulaires in Frankreich aus, und beſtand dasſelbe bis zum Jahre 1807, wo es abgeſchafft und das jetzige Handelsgeſetz⸗ buch proklamirt wurde. — Der Grundſatz, dem die Beſtimmungen des alten Regime bei Organiſation und Zuſammenſetzung der Han⸗ delsgerichte gehuldigt hatten, dieſelben nur aus Kaufleuten beſtehen zu laſſen, welche durch freie Wahl der Standesgenoſſen aus dem
Franken, ſonſt 20,000, 18,000 und 15,000. Die Kammerpräſidenten 6000 bis 9000 Franken, in Paris 12,500 Franken.
*) Die in ähnlicher Weiſe beſtehenden conseils des prud' hommes, zu Gunſten und zur Hebung der Fabriken durch Napoleon, zuerſt in Lyon 1806, einge⸗ führt, deren es jetzt 80 gibt, finden ihre Behandlung im Handelsrecht.
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