10 Von der Verkündigung, Wirkung und Anwendung der Geſetze. I8 31.
Einleitung. Von der Verkündigung, Wirkung und Anwendung der Geſetzr.
§ 3. Dir Bechtsquellen und ihrr Auslegung.
I. Das badiſche Recht kennt nur eine allgemeine Rechtsquelle, das Geſetz.
Das Gewohnheitsrecht iſt in§ 3 des 2. EinfEd. ausdrücklich allgemein aufgehoben. Es kommt nur in Betracht, wenn das Geſetz ausdrücklich auf das Herkommen, den Ortsgebrauch u. dgl. Bezug nimmt: ſo z. B. bei der Nutznießung in LRS 590, 591, 593, im Nachbarrecht, LRS 663, 671, 674, bei der Miete und Pacht, LRS 1736, 1748, 1753— 1754, 1757— 1759, 1762, im Vertragsrecht über⸗ haupt, LRS 1135, 1159, 1160.
Dagegen verweiſt für das Handelsrecht das deutſche Handels⸗ geſetzbuch da, wo es ſelbſt keine Beſtimmungen enthält, auf die Handels⸗ gebräuche, Uſancen, und erſt in deren Ermangelung auf das bürgerliche Recht. Das Handelsgewohnheitsrecht iſt daher Rechtsquelle und geht ſogar dem Landrecht vor. HGB Art. 1.
Das Landrecht hat für die Fälle der Zulaſſung von Gewohnheits⸗ recht deſſen Erforderniſſe in den LRS 64 und 61 aufgeſtellt. Für den Beweis des Gewohnheitsrechts iſt§ 265 CPO maßgebend(ura novit curia).
In Frankreich erließen ehemals die Obergerichte(Parlamente) ſo⸗ genannte gemeine Beſcheide, die für die ihnen untergeordneten Ge⸗ richte maßgebend waren. Dem hat LRS 5 eine Ende gemacht: im heutigen Recht haben die Entſcheidungen der höheren Gerichte nur noch
2.
2 27. Crome I 8§8 6—8, 8 4. Ste Sf 6 5 6—11, 23—35. Mayer, V§§ 18—20, 21——4, 28—31, Leitf⸗ 88 2, 3, 6 S
1. Wegen der Staatsverträge ogl. v. Bar, Internat. Privatrecht§ 40. Sammlungen von Staatsverträgen: Staudinger, Sammlung von Staats⸗ verträgen des Deutſchen Reichs u. ſ. w., 2 Bde., 2. Aufl., München 1895, und Kah, Die Staatsverträge und Vereinbarungen des Deutſchen Reichs und des Großherzogtums Baden u. ſ. w., Lahr 1889.
Beh. I 88 10, 11, 13, 18. ZDr I 88 23, 27, 8S 14, 88 38— 41. ZCr I 1 (
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