Teil eines Werkes 
[2] (1808)
Entstehung
Seite
369
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3s B. 1r T. Von der Erbfolge. 369

750. Iſt das natuͤrliche Kind vor ſeinen Aeltern ge⸗ ſtorben: ſo koͤnnen deſſen Kinder oder Deſcendenten die in den vorſtehenden Artikeln beſtimmten Rechte geltend machen. Glrt. 9o. 917.)

760. Das naturliche Kind, oder deſſen Deſcendenten ſind gehalten, ſich von dem, was ihnen aus der Erbſchaft gebuͤhrt, Alles dasjenige abrechnen zu laſſen, was ſie von demjenigen der Aeltern, deſſen Erbſchaft erlediget iſt, bereits empfangen haben, und was nach den im 2ten Ab⸗ ſchnitte des 6ten Kapitels dieſes Titels aufgeſtellten Regeln eingeworfen(conferirt) werden muß.

761. Sie haben aber gar keine Anſpruͤche zu machen, wenn ſie bey Lebzeiten des Vaters oder der Mutter bereits von demjenigen, was ihnen in vorſtehenden Artikeln zuge⸗ ſtanden iſt, die Hälfte unter der ausdruͤcklichen Erklaͤrung von Seiten des Vaters oder der Mutter empfangen haben. daß dabey die Abſicht ſey, das natuͤrliche Kind auf den ihm angewieſenen Antheil zu beſchraͤnken.

Sollte dieſer Antheil von demjenigen, was dem natuͤr⸗ lichen Kinde eigentlich zukommt, nicht die Haͤlfte betragen: ſo kann letzteres nur ſo viel verlangen, als zur gaͤnzlichen Erfuͤllung dieſer Haͤlfte erfoderlich iſt.

762. Die im 737ſten und 758ſten Artikel enthaltenen Perordnungen ſind auf die aus Ehebruch oder Blutſchande erzeugten(Art. 331.) Kinder nicht anwendbar.

Die Geſetze geſtehen ihnen blos den nothduͤrftigen Un⸗ terhalt(Alimente) zu.(*)

763. Dieſer Unterhalt wird nach Verhaͤltniß des vaͤter⸗ terlichen oder muͤtterlichen Vermoͤgens und der Anzahl und Eigenſchaft der kechtmäßigen Erben beſtimmt.

764. Hat der Vater oder die Mutter des aus Ehe⸗ bruch oder Blutſchande erzeugten Kindes demſelben ein Handwerk lernen laſſen, oder hat eins von beyden demſel⸗ () Brodeau, sur Louet, lett. A. ch. 4. lett. P. ch. 1. Jour⸗

nal des Audiences tom. 5. liv. 4. ch. 3. liv. 11. ch. 5. Ar- rétés de Lamoignon, tit. 47. art. 50.