Teil eines Werkes 
[2] (1808)
Entstehung
Seite
351
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3s B. 1r 2. Von der Erbfolge. 351

im Titel: von dem Genuſſe und Verluſte der Civilrechte.(1)

77. Der Erbfolge ſind unwuͤrdig und als ſolche von Erbſchaften ausgeſchloſſen:

1) derjenige, der deshalb verurtheilt worden iſt, weil er den Verſtorbenen ums Leben gebracht, oder ihm nach demſelben getrachtet hat:

2) derjenige, der den Verſtorbenen eines Capitalver⸗ brechens angeklagt hat, und fur einen Verläumder erklaͤrt worden iſt;

3) ein volljäͤhriger Erbe, der, wenn ihm ſchon bekannt war, der Verſtorbene ſey ermordet worden, dieſes dennoch nicht bey den Gerichten angezeigt hat.(²)

728. Die Unterlaſſung dieſer Anzeige kann aber den Aſcendenten und Deſcendenten des Moͤrders nicht(als Grund der Erbunfaͤhigkeit) entgegengeſetzt werden, und eben ſo wenig denjenigen, die in eben dieſen Graden mit ihm verſchwaͤgert ſind, noch auch deſſen Ehegattin, deſſen Bruͤdern oder Schweſtern, deſſen Oheimen oder Tanten, deſſen Neffen und Nichten.(2)

720. Wird der Erbe von der Erbfolge, als deren unwuͤrdig, ausgeſchloſſen: ſo muß er alle ſeit dem Erban⸗ falle genoſſene Fruͤchte und Einkuͤnfte herausgeben.(4)

730. Kinder des Unwuͤrdigen, die, kraft eigenen Rechts, und nicht vermoͤge des Repraͤſentationsrechts zur Erbfolge gelangen, ſind durch das Vergehen ihres Vaters nicht ausgeſchloſſen; doch kann dieſer auf keinen Fall ſich, in Anſehung dieſer Erbſchaft, des den Aeltern am Vermoͤ⸗ gen ihrer Kinder geſetzlich zugeſtandenen Nießbrauches anmaßen.(5)

(6) L. 27. in pr. D. de jure patronat. I. 7. H. 4. D. de bonis damuatt. Nach den Grundſätzen der alten Franzöſiſchen Rechtspflege konnten die Kinder aus einer verbrecheriſchen Hand⸗ lung ihres Vaters nie Gewinn ziehen. Dieß gründete ſich auf 1. 7.§. 4. D. de bonis damnatt. Siehe Lebrun des succes- sions liv. 8 ch. 9. n. 10. Arrét du 7. Aoüt 1604. beym Louet, lettre S. nomb. 20. Arréts de la Morineau du 5. Mai 1661.