Teil eines Werkes 
Dritter und letzter Band (1811)
Entstehung
Seite
24
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Art. 1159.

Art. 1160.

Art. 1161.

Art. 1162.

Rrt. 1163.

Art. 1164.

24 Drittes Buch. Dritter Titel.

immer in dem Sinne genommen werden, welcher dem Gegenſtande des Contracts am angemeſſenſten iſt. III. Was dagegen zweydentig iſt, muß nach dem Herkommen des Landes, wo der Vertrag geſchloſſen iſt, beſtimmt werden. IV. Bey einem Vertrage werden die gewöhnli.hen Clauſeln, auch wenn ſie nicht in demſelben ausgedruͤckt ſind, praͤſu⸗ mirt 1). V. Säͤmmtliche Puncte eines Vertrags werden einer aus dem andern erklaͤrt, und zwar ſo, daß man emem jeden den Sinn beylegt, welcher ſich aus dem ganzen Geſchaͤfte ergiebt. VI. Im Zweifel wird ein Vertrag gegen den Glaͤubiger(den, der ſich etwas ausbedungen hat) und zum Vortheile des Schuldners(deſſen, der die Verbindlichkeit uͤbernommen har), erklaͤrt ²). VII. Jeder Vertrag, ſeyen auch die Ausdruͤcke deſſelben noch ſo allgemein gefaßt, iſt nur auf die Sachen eingeſchraͤnkt, in Anſchung deren es klar iſt, daß die Partheyen daruͤber zu contrahiren Willens geweſen ſind. VIII. Hat man in dem Vertrage zur Erlaͤuterung der Verbindlichkeit ein Bey⸗ ſpiel eines Falls gegeben, ſo wird micht dafuͤr gehalten, daß man da⸗ durch die Ausdehnung auf andere, nicht ausgedruͤckte Faͤlle, welche ſchon dem Geſetze nach in der eingegangenen Verpflichtung liegen, habe beſchraͤnken wollen ³).

Zu bemerken iſt jedoch: I. daß die eben aufgefuͤhrten Beſtimmun⸗ gen nicht ſtrenge und gebietende Vorſchriften, ſondern nur Rathſchlaͤge fuͤr den Richter ſind, die ihm das Geſetz giebt; II. daß ſie bey Aus⸗ legung einer Privatſchrift, die keinen Vertrag entbält, z. B. eines Briefs, gar nicht zur Anwendung kommen können*).

1) 3. S Clauſel der Gewährleiſtung, auf den Fall, daß die Sache evin⸗ cirt wird.

2) Ein Beyſpiel ſ. in Art. 1602.

3) Ganz unrichtig iſt MalRvILILE's(Analyſe ad h. art.) Erklärung dieſes Artikels, wenn er ſagt:Weit entfernt, daß eine Einſchränkung in einem Falle ein Grund ſey, um eben dieſe Einſchraͤnkung auf die uͤbrigen Faͤlle auszudehnen, iſt ſie vielmehr ein Grund, um ſie nach der Marime: inclußio unius eit excluſto slterius, auf den ausgedruͤckten Fall zu beſchränken K. Die in dieſer Erklärung aufgeſtellte Regel iſt gleichwohl richtig.

4) Caſſationshof in S1REv jurisprudence de ja Cour /de Caſſaton 1807. p. 241. Bulletin de jurtsprudence. T. II. P. 309. ZacRAR1AE Handbuck. Th. 1. S. 267. not. 3.

Sechstet