*
—
Erſies Buch. Eilfter Litel.
tfte. Von der Volljährigkeit, der Interdiction und dem gerichtlich beſtellten Vormunde.
Erſtes Kapitel. Von der Volljäbrigkeit.
Begriff und Folgen berſelben.
D
Art. ass. ie Volljährigkeit tritt mit zuruͤckgelegtem ein und zwanzigſten Jahre ein). Mit dieſem Alter erlangt man die Faͤhigkeit, alle Handlungen des buͤrgerlichen Lebens nach eigener Willkuͤhr, und ohne die Erlaubniß einer Perſon, unter der man in Hinſicht ſeiner perſonlichen Rechtsfähigkeit ſtehen könnte, vorzunehmen. Ausgenommen: I. in Hinſicht der Ehe, bey welcher
man des Raths ſeiner Eltern bedarf(§. 202.); II. wenn man ſich in dem Zuſtande der Interdiection befindet; III. wenn man fuͤr einen Ver⸗ ſchwender von Seiten des Gerichts erklaͤrt iſt. Zu bemerken iſt: 1) dem zu Interdieirenden wird ein Vormund geſetzt, der allein fuͤr ihn handelt; 2) der Verſchwender erhaͤlt nur einen Beyſtand, oder Rathgeber, der nicht fuͤr ihn handelt, ſondern unter deſſen Aſſiſtenz er, wiewohl in eigenem Rahmen, handelt. 3
1) S. Goͤnner uͤber die Erlangung der Volljährigkeit nach gemeinem und Franz. Recht in ſ. Archiv fuͤr Geſetzgebung. B. 1. H. 1, Nr. 7.
Zweytes Kapitel. Pon der Interdiction.
. B egriff. 1 Interdiection*¹) iſt die Unterſagung der eigenen Verwaltung des Permögens. Sie wird in der Regel nur uͤber Volljaͤhrige ²) verfuͤgt, 143 5


